Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen noch Monate nach leichter COVID-Erkrankung

COVID-19: Verschlechterung des episodischen Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit bei leicht Erkrankten

21.01.2022 Forscher der Oxford-Abteilung für experimentelle Psychologie und der Nuffield-Abteilung für klinische Neurowissenschaften konnten zeigen, dass an COVID erkrankte Menschen ohne anhaltende COVID-Symptome im Alltag dennoch bis zu 6-9 Monate lang eine verminderte Aufmerksamkeit und ein schlechteres Gedächtnis aufweisen können.

Kognitive Probleme nach langem COVID

Frühere Studien haben gezeigt, dass manche Menschen nach einer akuten COVID-19-Infektion weiterhin unter kognitiven Symptomen wie Konzentrationsschwierigkeiten, umgangssprachlich als „Brain Fog“ bezeichnet, sowie Vergesslichkeit und Erschöpfung leiden können – Merkmale des „langen COVID-Syndroms“.

Es war jedoch nicht bekannt, ob die kognitive Leistung auch bei Personen beeinträchtigt werden kann, die nur leichte Symptome aufweisen und nach der Genesung von einer akuten COVID-Infektion keine Beschwerden berichten.

Die Studie

In dieser Studie sollten die Teilnehmer eine Reihe von Aufgaben absolvieren, um ihr Gedächtnis und ihre kognitiven Fähigkeiten zu testen, wobei der Schwerpunkt auf kognitiven Funktionen lag, die für das tägliche Leben entscheidend sind, wie z. B. Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planung und semantisches Denken.

Alle Teilnehmer waren zuvor an COVID-19 erkrankt, unterschieden sich aber zum Zeitpunkt der Tests nicht signifikant von einer Kontrollgruppe in Bezug auf Faktoren wie Müdigkeit, Vergesslichkeit, Schlafverhalten oder Angstzustände.

Schlechteres episodisches Gedächtnis, Abnahme der Aufmerksamkeit

Die Forscher stellten fest, dass die Teilnehmer bei den meisten getesteten Fähigkeiten, einschließlich Arbeitsgedächtnis und Planung, gut abschnitten, aber sie zeigten ein deutlich schlechteres episodisches Gedächtnis (bis zu sechs Monate nach der COVID-Infektion) und eine stärkere Abnahme der Fähigkeit, die Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten (bis zu neun Monate) als nicht infizierte Personen.

Dr. Sijia Zhao vom Fachbereich für experimentelle Psychologie der Universität Oxford sagte dazu: Überraschend ist, dass unsere COVID-19-Betroffenen zum Zeitpunkt der Tests zwar keine stärkeren Symptome hatten, aber dennoch eine verminderte Aufmerksamkeit und ein schlechteres Gedächtnis aufwiesen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Menschen über Monate hinweg chronische kognitive Folgen haben können.

Professor Masud Husain sagte: Wir verstehen immer noch nicht die Mechanismen, die diese kognitiven Defizite verursachen, aber es ist sehr ermutigend zu sehen, dass sich Aufmerksamkeit und Gedächtnis bei den meisten Personen, die wir 6-9 Monate nach der Infektion getestet haben, weitgehend normalisiert haben und sich im Laufe der Zeit gut erholt haben.

© Psylex.de – Quellenangabe: DOI: 10.1093/braincomms/fcab295 – Brain Communications

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