Genetisches Depressionsrisiko verbunden mit körperlichen Symptomen

Polygene Risiko-Scores, abgeleitet aus unterschiedlichen Definitionen von Depression und Depressionsrisiko

18.10.2021 Menschen mit einem höheren genetischen Risiko für klinische Depressionen leiden eher unter körperlichen Symptomen wie chronischen Schmerzen, Müdigkeit und Migräne, haben Forscher der University of Queensland herausgefunden.

Dr. Enda Byrne führte die Untersuchungen am Institut für Molekulare Biowissenschaften der Universität Queensland durch und stellte fest, dass Depressionen eine schwerwiegende Erkrankung mit lebenslangem Risiko für eine schlechte Gesundheit sind.

Ein großer Teil der Menschen mit klinisch diagnostizierter Depression stellt sich den Ärzten zunächst mit körperlichen Symptomen vor, die Stress verursachen und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen können, sagte er.

Die Studie

Die Forschungsarbeit zielte darauf ab, die biologischen Grundlagen der Depression besser zu verstehen, und die Wissenschaftler stellten fest, dass es wichtig sei, ein breites Spektrum von Symptomen zu erfassen.

Letztlich zielten die Forschungen darauf ab, die genetischen Risiken besser zu verstehen und genauere Risikowerte für die Forschung und die Gesundheitsversorgung zu erstellen, sagte Byrne.

Trotz der jüngsten Durchbrüche war es laut Dr. Byrne schwierig, zusätzliche genetische Risikofaktoren zu finden, da das Alter der Patienten, ihre Symptome, ihr Ansprechen auf die Behandlung und zusätzliche psychische und körperliche Störungen sehr unterschiedlich sind.

Frühere genetische Studien haben Teilnehmer einbezogen, die wegen Sorgen oder Anspannung einen Arzt aufgesucht haben, die aber möglicherweise nicht die ‚offiziellen‘ Kriterien für eine Depressionsdiagnose erfüllen, schreibt Dr. Byrne.

In Zusammenarbeit mit dem QIMR Berghofer Medical Research Institute analysierte sein Team die Daten von mehr als 15.000 Freiwilligen, die Angaben zu ihrer psychischen Gesundheitsgeschichte, zu Symptomen von Depressionen und eine DNA-Probe mittels eines Speichelkits zur Verfügung stellten.

Es sollte untersucht werden, wie sich genetische Risikofaktoren auf der Grundlage klinischer Definitionen von Depressionen unterscheiden – von denen, die auf einer einzigen Frage beruhen, bis hin zu denen, die auf einer ärztlichen Konsultation über psychische Probleme basieren, sagte Dr. Byrne.

Höheres genetisches Risiko, mehr körperliche Symptome

Die Forschung ergab, dass Teilnehmer mit einem höheren genetischen Risiko für klinische Depressionen eher unter körperlichen Symptomen wie chronischen Schmerzen, Müdigkeit und Migräne leiden.

Es besteht auch ein Zusammenhang mit einer höheren Rate an somatischen Symptomen, d. h. körperlichen Symptomen, die Stress verursachen und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen können, schreibt Byrne.

Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit größerer Studien, die das breite Spektrum der Symptome von Menschen mit Depressionen untersuchen, schließt er.

© Psylex.de – Quellenangabe: JAMA Psychiatry (2021). DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2021.1988

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