Klimaangst verbunden mit umweltbewusstem Handeln

Klimaangst, psychisches Wohlbefinden und Aktivitäten zur Eindämmung des Klimawandels

Klimaangst verbunden mit umweltbewusstem Handeln

15.10.2022 Eine Studie verglich die Emotionen und Handlungen, die der Klimawandel bei jungen Menschen im Alter von durchschnittlich 23 Jahren in 32 Ländern auslöst.

In der im Journal of Environmental Psychology veröffentlichten Studie war die Angst und Besorgnis über den Klimawandel („Klimaangst„) unter jungen Menschen vorhersehbar hoch, insbesondere in Finnland, aber die Forscher fanden heraus, dass die Maßnahmen zur Eindämmung und Bewältigung des Klimawandels in Finnland gleichzeitig stark ausgeprägt waren.

Insgesamt nahmen 32 Länder an der Studie teil. Die Gesamtzahl der Befragten belief sich auf 10.963, darunter 633 Finnen. Bei den Befragten handelte es sich um junge Erwachsene und Universitätsstudenten.

Von den verglichenen Ländern wies Finnland fast das höchste Maß an Besorgnis und Klimaangst auf (Platz zwei und drei), aber auch das höchste Maß an positivem, umweltfreundlichem Verhalten (Platz eins).

„Maßnahmen dämpfen die Umweltveränderungen, und viele dieser Aktivitäten sind auch energiesparend“, sagt Katariina Salmela-Aro, Professorin an der Academy of Finland.

Besorgnis und Ängste motivieren zum Handeln

Salmela-Aro zufolge scheinen junge Menschen in Finnland in der Lage zu sein, ihre Ängste und Sorgen über den Klimawandel in Maßnahmen zur Eindämmung des Phänomens umzuwandeln.

„Mit anderen Worten: Besorgnis und Angst bringen einen Silberstreif am Horizont mit sich.“

Negative Emotionen im Zusammenhang mit dem Klimawandel, d. h. Angst und Besorgnis, verstärken zwar die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, aber wenn sie in Aktionen umgewandelt werden können, können die Ergebnisse positiv sein.

Negative Ängste und Sorgen im Zusammenhang mit dem Klimawandel sind in Finnland stark ausgeprägt. Gleichzeitig stehen negative klimabezogene Emotionen in Finnland wie auch in Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und Portugal in engem Zusammenhang mit umweltfreundlichem Handeln.

In Finnland haben negative Emotionen einen sehr starken Zusammenhang mit Umweltaktivismus. Besorgte junge Menschen in Finnland bemühen sich auch, die Einstellung anderer Menschen zu beeinflussen, um den Klimawandel aufzuhalten. Sie handeln nicht nur, um ihn zu verhindern, sondern versuchen auch andere einzubeziehen.

„Junge Menschen wollen, dass ihre Stimme gehört wird, und das sollte ernst genommen werden. Sie sollten bessere Möglichkeiten haben, etwas zu bewirken“.

Indem sie sich für die Umwelt engagieren, machen junge Menschen auch deutlich, wie dringend der Klimawandel eingedämmt werden muss und wie wichtig die Beteiligung aller ist. Junge Menschen stehen für die Zukunft, und die ist nun bedroht, schreiben die Autoren.

Negative Emotionen motivieren zum Handeln. Der Studie zufolge engagieren sich Frauen häufiger in proaktiven Maßnahmen.

„Dies ist besonders in Finnland und anderen europäischen Ländern zu beobachten. In anderen Ländern können die Wirtschaft, mangelndes Wissen oder die Politik Hindernisse darstellen. Viele Menschen haben keine Möglichkeit zu handeln“.

Dennoch lässt sich die Klimaangst durch Handeln nicht völlig beseitigen. Die Auswirkungen sozialer Medien oder anderer Medien auf die Klimaangst und -besorgnis sowie auf das Handeln sind erheblich. Die Medienexposition scheint sogar eine positive und verstärkende Wirkung zu haben. In der Studie wurden jedoch keine Kausalitäten untersucht. Stattdessen stellt sie einen Querschnitt der Klimaangst unter jungen Menschen in verschiedenen Ländern dar.

Salmela-Aro zufolge steckt das wissenschaftliche Verständnis der Zusammenhänge zwischen Klimawandel und psychischem Wohlbefinden noch in den Kinderschuhen. Es gibt nur wenige Informationen über die Auswirkungen klimabezogener Emotionen auf das Wohlbefinden, insbesondere bei Menschen, die im globalen Süden leben.

„Wie unser Datensatz zeigt, haben negative Emotionen im Zusammenhang mit dem Klima durchaus Auswirkungen in Form von psychischen Problemen. Deshalb muss die Erweiterung des Wissens und des Verständnisses eine Priorität bei der Förderung von Aktivitäten sein, die der Umwelt zugute kommen und das Wohlbefinden fördern.“

© Psylex.de – Quellenangabe: Journal of Environmental Psychology (2022). DOI: 10.1016/j.jenvp.2022.101887

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