Kognitive Beeinträchtigungen bei Psychose sehr unterschiedlich

Kognitive Funktion und Variabilität bei Patienten mit Erstpsychose, die keine Antipsychotika einnehmen

Kognitive Beeinträchtigungen bei Psychose sehr unterschiedlich

29.02.2024 Eine kürzlich in JAMA Psychiatry veröffentlichte Studie von Forschern des Karolinska Institutet und der Universität Uppsala hat ergeben, dass die kognitiven Beeinträchtigungen bei Personen mit neu diagnostizierter Psychose erheblich variieren.

Die Studie bestätigt, dass kognitive Beeinträchtigungen bereits in den frühen Stadien der Krankheit auftreten, bevor eine medikamentöse Behandlung eingeleitet wird.

Darüber hinaus zeigt die Studie, dass diese Beeinträchtigung von Person zu Person sehr unterschiedlich ist. Im Vergleich zu Kontrollgruppen ohne Psychose wies die Patientengruppe bei kognitiven Aufgaben wie Aufmerksamkeit, Lernen und Arbeitsgeschwindigkeit bis zu doppelt so große Unterschiede auf.

Es ist bereits bekannt, dass Personen mit Psychose vor oder in Verbindung mit dem Ausbruch der Krankheit unter kognitiven Beeinträchtigungen leiden. Kognitive Probleme spielen nachweislich auch eine wichtige Rolle bei den funktionellen Beeinträchtigungen, die viele Psychosepatienten erleben.

Viele Angehörige der Gesundheitsberufe, die mit dieser Patientengruppe arbeiten, wissen aus klinischer Erfahrung, dass kognitive Probleme individuell sehr unterschiedlich sein können, doch wurde dies bisher nicht systematisch nachgewiesen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie wichtig eine individuelle Bewertung der kognitiven Fähigkeiten von Menschen mit Psychosen ist, um diejenigen zu identifizieren, die am meisten Hilfe und Unterstützung benötigen, und um zur Entwicklung von präzisionsmedizinischen Ansätzen in der Psychoseversorgung beizutragen.

Die Studie

Das Team führte zunächst eine Literaturrecherche durch, um alle Studien zu ermitteln, die die kognitiven Fähigkeiten von Personen mit erstmals diagnostizierter Psychose untersuchten, bevor diese eine antipsychotische Medikation erhielten. Bei dieser systematischen Überprüfung wurden 50 Studien identifiziert, die insgesamt 2.625 Personen mit Psychose und 2.917 Kontrollpersonen umfassten.

Anschließend wurden Metaanalysen durchgeführt, um die Unterschiede bei den durchschnittlichen Testergebnissen zwischen den Gruppen zu untersuchen, gefolgt von separaten Metaanalysen der Unterschiede bei der Variation zwischen den einzelnen Gruppen unter Verwendung einer Methode, die als Variationskoeffizient bezeichnet wird. Mit anderen Worten, die Forscher versuchten zu klären, ob die Verteilung der Ergebnisse der kognitiven Tests bei den Patienten als Gruppe anders war als bei den Kontrollpersonen als Gruppe.

Der nächste Schritt besteht darin, die Variabilität der kognitiven Beeinträchtigung besser zu erfassen, indem untersucht wird, wie die Entwicklung im Laufe der Zeit aussieht, z. B. ob bestimmte Gruppen einen ähnlichen Verlauf der kognitiven Funktionen aufweisen und ob diese Gruppen andere gemeinsame Merkmale haben.

Darüber hinaus untersucht das Team die biologischen Mechanismen, die hinter kognitiven Problemen stehen. Langfristiges Ziel der Forschung ist es, die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten zu ermöglichen, die demjenigen, der sie am dringendsten benötigt, in einem frühen Stadium verabreicht werden können.

© Psylex.de – Quellenangabe: JAMA Psychiatry (2024). DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2024.0016

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