Mehr Schlaf führt zu besseren Zensuren und Wohlbefinden

Schlafmenge und -schwankungen während des ersten Semesters an der Universität: Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die akademische Leistung

30.10.2021 Untersuchungen von Tim Bono, Dozent für Psychologie und Hirnforschung an der Washington University in St. Louis, haben ergeben, dass Studenten, die die Nacht gut durchschlafen, bessere Noten erzielen und sich wohler fühlen als diejenigen, deren Schlafrhythmus schwankt.

Bonos in der Zeitschrift Psychology, Health & Medicine veröffentlichte Studie untersuchte die Schlafgewohnheiten von 97 Studenten der Washington University während ihres ersten Semesters auf dem Campus.

Bessere Zensuren bei regelmäßigem ausreichenden Schlaf

Die Studenten mit den stabilsten und beständigsten Schlafgewohnheiten erzielten im Durchschnitt einen Notendurchschnitt von 3,66, während die Studenten mit den größten Schlafschwankungen einen Notendurchschnitt von 3,21 erreichten.

Studierende mit regelmäßigen Schlafgewohnheiten berichteten auch über ein höheres Wohlbefinden. Diese Effekte blieben auch dann bestehen, wenn man die SAT-Ergebnisse (Scholastic Assessment Test ist ein US-amerikanischer standardisierter Test, der hauptsächlich von Studienplatzbewerbern an amerikanischen Universitäten gefordert wird (Studierfähigkeitstest)) und die Grundzufriedenheit berücksichtigte.

Auf die Frage nach Faktoren, die ihre akademischen Leistungen beeinträchtigen, wurden Schlafprobleme häufiger genannt als Heimweh, Probleme mit Mitbewohnern, gesundheitliche Probleme und sogar Depressionen, sagte Bono; sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht wären optimal.

Auch wenn man in manchen Nächten vier Stunden und in anderen zwölf Stunden schläft, sei das nicht das Gleiche wie acht Stunden Schlaf in regelmäßigen Abständen.

Der zirkadiane Rhythmus

Alles hänge mit unserem zirkadianen Rhythmus zusammen, der sich aus dem lateinischen Wort circa – für herum – und diem – für Tag – ableitet, sagt Bono. Es spiele keine Rolle, was die Uhr auf Ihrem Schreibtisch anzeigt. Der Körper hat seine eigene innere Uhr. Ein unregelmäßiger Schlafzyklus stehe im Widerspruch zu den natürlichen Zyklen des Körpers.

In der Schule werden die Schlafgewohnheiten oft von den Eltern durchgesetzt. Die Universität bringt mehr Freiheit, aber auch mehr Verantwortung und Ablenkungen mit sich.

Wenn sich Hausaufgaben und Aktivitäten häufen, geht der Schlaf oft als Erstes verloren. Und das ist ein Problem, denn wenn wir schlafen gehen, arbeitet das Gehirn, sagt Bono. Während des Schlafs überträgt das Gehirn gelernte Informationen in Speicherregionen wie den Hippocampus, so dass man das Material später wieder abrufen kann.

Die Konsolidierung des Gedächtnisses erfolgt insbesondere in den Phasen des REM-Schlafs (Rapid-Eye-Movement), die mit fortschreitender Nacht länger werden. Weniger Schlaf beraubt unser Gehirn also um einige der produktivsten Schlafphasen. Deshalb sagt der Studienautor auch, dass Nachtschichten nicht nur unproduktiv, sondern kontraproduktiv sind.

© Psylex.de – Quellenangabe: Psychology, Health & Medicine (2021). DOI: 10.1080/13548506.2021.1971724




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