Stress und Wahrnehmung von Gefahren

Stress – Gefahren

Psychische Probleme: hohe Belastung / Anspannung

Stress kann für Gefahren blind machen

16.10.2017 Forscher konnten in Experimenten die Annahme widerlegen, dass Stress immer die Fähigkeit erhöht, Gefahren zu erkennen.

Stress erhöht nicht immer die Wahrnehmung von Gefahren in der Umwelt, wie oft angenommen wird, sagt Studienautorin Candace Raio von der New York Universität.

Die Studie zeigt, dass wir – wenn wir unter Stress stehen – weniger auf Veränderungen in der Umwelt achten und damit möglicherweise ein erhöhtes Risiko eingehen, neue Gefahrenquellen zu ignorieren, sagte sie.

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Bild: Gerd Altmann

In der Studie betrachteten die Versuchsteilnehmer Bilder auf einem Computerbildschirm. Einige Bilder waren mit einem leichten Stromschlag am Handgelenk verbunden, während andere Bilder nicht mit einem Elektroschock assoziiert waren.

Einen Tag später unterzog sich die Hälfte der Teilnehmer einer Prozedur, die Stress verursachen sollte. Die „Stressgruppe“ legte ihren Arm für einige Minuten in ein Eiswasserbad, wodurch sich zwei bekannte Stresshormone – Alpha-Amylase und Cortisol – erhöhten.

Später wiederholten alle Probanden den Bedrohungs-konditionierenden Vorgang am Computer. Diesmal jedoch wechselten die Reize: Der frühere „bedrohliche“ Stimulus prophezeite keinen Schock mehr am Handgelenk, sondern der ehemals „sichere“ Reiz.

Während die Studienteilnehmer die Bilder betrachteten, sammelten die Wissenschaftler physiologische Reaktionen, um zu messen, wie die Probanden das Ergebnis jedes Hinweisreizes vorwegnahmen.

Die Teilnehmer der Stressgruppe veränderten mit geringerer Wahrscheinlichkeit ihre Reaktionen auf die Bedrohung als die der anderen Gruppe – ein Hinweis darauf, dass Stress ihre Fähigkeit störte, flexibel neue Bedrohungen zu erkennen, sagen die Wissenschaftler.

Stress kann die Flexibilität unserer Reaktionen auf Bedrohungen reduzieren, indem er unsere Fähigkeit stört, potenziell gefährliche Bedingungen und Situationen zu erkennen und zu verfolgen, erklärte Raio im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: New York Universität; Proceedings of the National Academy of Sciences – DOI: 10.1073/pnas.1702565114; Okt. 2017

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