Schichtarbeit verbunden mit Depression und Angststörungen

Rauchen, sitzende Tätigkeit, BMI, Schlafdauer als wichtigste potenziell modifizierbare Mediatoren der Zusammenhänge identifiziert

Schichtarbeit verbunden mit Depression und Angststörungen

15.08.2023 Schichtarbeit ist mit einem erhöhten Risiko für Depressionen und Angststörungen verbunden laut einer online in JAMA Network Open veröffentlichten Studie.

Dr. Minzhi Xu von der Huazhong University of Science and Technology in Wuhan, China, und Kollegen untersuchten die Zusammenhänge zwischen Schichtarbeit und Angstzuständen und Depressionen in einer Kohortenstudie mit 175.543 angestellten oder selbständigen Erwerbstätigen, die von 2006 bis 2010 an der Basiserhebung der U.K. Biobank teilnahmen. Von den Teilnehmern gaben 16,2 Prozent Schichtarbeit an.

  • Die Forscher fanden heraus, dass 2,3 Prozent der Arbeitnehmer während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 9,06 Jahren eine Depression und 1,7 Prozent eine Angststörung entwickelten.
  • Bei im Schichtdienst arbeitenden Personen bzw. Schichtarbeitern war das Risiko für Depressionen und Angststörungen im vollständig bereinigten Modell erhöht (Hazard Ratio 1,22 bzw. 1,16); es wurde ein positiver Zusammenhang zwischen dem Risiko und der Häufigkeit der Schichtarbeit festgestellt.
  • Bei den Schichtarbeitern wurde kein signifikanter Unterschied zwischen Nacht- und Tagschichten beobachtet.
  • In den Analysen zur Dosisverbindung wurde ein negativer Zusammenhang zwischen den Jahren der Schichtarbeit und dem Risiko für Depressionen und Angstzustände festgestellt.
  • Die wichtigsten potenziell modifizierbaren Mediatoren waren Rauchen, sitzende Tätigkeit, Body-Mass-Index und Schlafdauer; diese Faktoren erklärten 31,3 bzw. 21,2 Prozent des Zusammenhangs zwischen Schichtarbeit und Depression bzw. zwischen Schichtarbeit und Angstzuständen.

„Unsere Studie untermauert nicht nur, dass Schichtarbeit als berufliches Risiko betrachtet werden sollte, sondern liefert auch Belege für die dringende Notwendigkeit der Entwicklung von Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, die eine gesunde Lebensweise fördern, um die psychische Gesundheit von Schichtarbeitern zu verbessern“, schreiben die Autoren.

© Psylex.de – Quellenangabe: JAMA Netw Open. 2023;6(8):e2328798. doi:10.1001/jamanetworkopen.2023.28798

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