Soziale Medien, Spielsucht und (fehlende) Emotionsregulation

Studie untersuchte die Rolle der Emotionsregulation bei der Sucht nach sozialen Medien und Internetspielen bei Jugendlichen

Soziale Medien, Spielsucht und (fehlende) Emotionsregulation

21.12.2022 Das Scrollen in sozialen Medien und das Spielen können süchtig machen, aber eine neue Studie der University of Georgia hat herausgefunden, dass diese beiden Verhaltensweisen vor allem bei Kindern, die Probleme mit der Regulierung ihrer Emotionen haben, zur Sucht führen können.

Die Studie ergab, dass fast 80 % der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren angaben, täglich in den sozialen Medien zu surfen, wobei TikTok, Instagram und Snapchat die beliebtesten Plattformen unter Jugendlichen sind. Und 100 % der befragten Schüler gaben an, dass sie ein Social-Media-Konto haben.

Das Spielen im Internet ist zwar weniger verbreitet als die Nutzung sozialer Medien, aber dennoch auf dem Vormarsch. 86 % der Befragten gaben an, irgendwann in ihrem Leben Erfahrungen mit Spielen gemacht zu haben, wobei es keine großen Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt.

Obwohl viele Jugendliche soziale Medien oder Spiele ohne Probleme nutzen können, kann dies für einige problematisch und zwanghaft werden. Bei den Betroffenen teilt sich das Suchtverhalten tendenziell in die traditionellen Geschlechter auf, wobei Mädchen eher süchtig nach sozialen Medien sind und Jungen eher nach Spielen.

In dieser im Journal of Addictions & Offender Counseling veröffentlichten Studie untersuchten die Forscher um Amanda Giordano von der University of Georgia den prädiktiven Charakter der Emotionsregulation nach Kontrolle von Alter, Geschlecht und Rasse im Hinblick auf die Abhängigkeit von sozialen Medien und den Schweregrad der Internetspielstörung.

  • Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Geschlecht und die Emotionsregulation beide Formen der Verhaltenssüchte mit geringen bis moderaten Effekten signifikant vorhersagten.
  • Insbesondere das weibliche Geschlecht und eine geringere Emotionsregulation sagten signifikant die Abhängigkeit von sozialen Medien voraus, und das männliche Geschlecht und eine geringere Emotionsregulation sagten signifikant den Schweregrad der Internetspielstörung voraus.

„Wenn man spielt, ist das aufregend und es gibt diesen Rausch der Erregung“, sagte Giordano. „Es ist auch eine Möglichkeit, in einen tranceartigen Zustand zu gelangen und die Probleme der Offline-Welt zu vergessen. Für manche ist es die einzige Möglichkeit, mit ihren Gefühlen umzugehen“.

Die regelmäßige Bewertung der Nutzung von sozialen Medien und Internetspielen bei Jugendlichen kann auch wichtige Informationen für Berater und Betreuer liefern. Höhere Scores bei der Bewertung von Social-Media-Sucht und Internetspielstörungen können auf Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation bei einigen Jugendlichen hinweisen.

© Psylex.de – Quellenangabe: Journal of Addictions & Offender CounselingDOI: 10.1002/jaoc.12116

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