Gewichtszunahme, Esssucht und PTBS

Gewichtszunahme, Esssucht und PTBS

Psychische Störungen – Traumata

PTBS kann bei Frauen zu starker Gewichtszunahme führen

26.11.2013 Frauen mit posttraumatischer Belastungsstörung sind wahrscheinlicher übergewichtig oder adipös als Frauen ohne diese psychische Störung, sagt eine neue Studie.

Laut den Forschern hat eine von neun Frauen eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) an irgendeinem Punkt in ihrem Leben. Das ist doppelt so häufig wie bei Männern.

Körperliche Folgen von PTBS

„Aber PTBS ist nicht nur eine psychische Störung, sondern kann auch physische Gesundheitsfolgen nach sich ziehen“, sagte die leitende Forscherin Karestan Koenen, außerordentliche Professorin für Epidemiologie an der Mailman School of Public Health der Columbia Universität in New York City.

Frauen mit PTBS legen schneller Gewicht zu als Frauen, die nicht unter dieser psychischen Belastung stehen, sagte Koenen. „Dies wiederum hat Folgen für die Risiken von Herzerkrankungen und allen ungünstigen Folgen, die mit Fettleibigkeit verbunden sind“, sagte sie.

Zusammenhänge unbekannt

Wie Posttraumatische Belastungsstörung mit der Gewichtszunahme zusammenhängt, ist nicht bekannt, sagte Koenen, aber es könnte mit dem hohen Niveau der Hormone zusammenhängen, die aufgrund des Stresses verstärkt ausgeschüttet werden.

PTBS - Frauen - Übergewicht

„Frauen mit PTBS könnten außerdem zu einem Verhalten wechseln, welches zu Adipositas führt“, sagte Koenen. „Es gibt Belege, dass Menschen unter Stress eine Begierde nach Nahrungsmitteln mit vielen Kalorien entwickeln.“ Auch machen diese Frauen in der Regel weniger Sport, sagte sie.

Sie fügt hinzu, dass das gleiche Problem bei Männern mit PTBS existieren könnte, aber dies wurde noch nicht untersucht.

Für ihre Forschung sammelten Koenen und ihre Kolleginnen Daten von mehr als 50.000 Frauen, die an der Gesundheitsstudie Nurses‘ Health Study II zwischen 1989 und 2009 teilnahmen. Am Anfang der Studie waren die Teilnehmerinnen zwischen 22 und 44 Jahre alt.

Traumata, PTBS-Symptome und Übergewicht

Die Frauen wurden hinsichtlich ihres schlimmsten Traumas befragt, und untersucht, ob sie Symptome einer PTBS hatten.

Die Forscher stellten fest, dass ursprünglich normalgewichtige Frauen, die eine PTBS entwickelten, ein 36 Prozent höheres Risiko hatten, übergewichtig oder fettleibig zu werden, verglichen mit Frauen, die trotz Trauma keine posttraumatische Belastungsstörung entwickelten.

Dieser Befund blieb auch nach der Berücksichtigung einiger Faktoren bestehen, wie z.B. Depression (welche ebenfalls mit einer Erhöhung des Gewichts in Verbindung steht), sagten die Forscher.

Frauen mit PTBS vor dem Beginn der Studie legten schneller Gewicht zu als Frauen ohne posttraumatische Belastungsstörung.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Columbia Universität/JAMA Psychiatry, Nov. 2013

Posttraumatische Belastungsstörung und Esssucht

02.10.2014 Symptome von posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) scheinen mit Esssucht zusammenzuhängen, insbesondere wenn Betroffene mehr Symptome haben oder die Symptome früher im Leben auftraten.

Ein wachsendes Belegmaterial weist daraufhin, dass PTBS ein Risikofaktor für Adipositas und Adipositas-gebundene Krankheiten ist. Esssucht ist derzeit nicht als psychische Erkrankung definiert, aber könnte die Verwendung von Nahrung anzeigen, um mit psychologischen Distress fertigzuwerden, was eine plausible Erklärung für den Zusammenhang von PTBS mit Fettleibigkeit ist.

Die Autoren benutzten die Nurses‘ Health Study II, um Daten über Traumaexposition, PTBS-Symptome und Esssucht zu erhalten.

Von den 49.408 Frauen berichteten 81 Prozent über mindestens ein traumatisches Ereignis; die häufigste traumatische Erfahrung in dieser Krankenschwesternpopulation war: Personen mit traumatischen Verletzungen zu behandeln.

Von den Frauen mit einem traumatischen Ereignis berichteten

  • 34 Prozent nicht über PTBS Symptome,
  • 39 Prozent berichteten über 1 bis 3 Symptome,
  • 17 Prozent über 4 bis 5 Symptome und
  • 10 Prozent über 6 bis 7 Symptome

auf einem 7 Symptom PTBS-Screening-Fragebogen. Die Frauen mit PTBS waren im Durchschnitt ungefähr 30 Jahre alt beim Auftreten ihres ersten Symptoms.

Die Prävalenz für Esssucht lag bei 8% (6% bei Frauen ohne PTBS-Symptome bis 18% bei Frauen mit 6 bis 7 Symptomen). Ein früherer Beginn der Symptome sagte eine höhere Prävalenz der Esssucht vorher.

Traumatische Symptome als Reaktion auf körperliche Misshandlungen in der Kindheit hatten die stärksten Verbindungen mit Esssucht, obwohl sich der PTBS-Esssucht-Zusammenhang nicht beträchtlich durch den Traumatyp unterschied.

„Dies ist nach unserm Wissen die erste Studie, die sich den Zusammenhang zwischen PTBS-Symptomen und Esssucht ansieht. Unsere Befunde geben zu aktuellen Fragen über die Mechanismen hinter den beobachteten Verbindungen zwischen PTBS und Übergewicht Auskunft, und sie unterstützen die Hypothese, die die Ursache für den Zusammenhang zwischen PTBS und Fettleibigkeit in schlecht angepassten Bewältigungsstrategien sieht und einem Essverhalten, welches traumazugehörigen Distress abzumildern versucht.

Wenn dies in einer Langzeit-Studie repliziert werden kann, können diese Ergebnisse Auswirkungen für die Ätiologie von Fettleibigkeit und für die Behandlung von Personen mit PTBS haben“, schrieben Susan M. Mason von der Universität Minnesota, USA, und Kollegen in JAMA Psychiatry.

© PSYLEX.de – Quelle: Universität Minnesota / JAMA Psychiatry, September 2014

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