Verlangsamt eine grüne Ernährung den altersbedingten ‚Gehirnschwund‘?

Wirkung einer mediterranen Ernährung mit hohem Polyphenolgehalt in Kombination mit körperlicher Aktivität auf die altersbedingte Hirnatrophie

16.01.2022 Eine grüne Mittelmeerdiät mit einem hohen Anteil an Polyphenolen und einem geringen Anteil an rotem und verarbeitetem Fleisch scheint die altersbedingte Hirnatrophie („Gehirnschwund“) zu verlangsamen laut einer neuen internationalen Studie unter Leitung der Ben-Gurion University of the Negev.

Die 18-monatige randomisierte Kontrollstudie DIRECT PLUS mit rund 300 Teilnehmern ist eine der längsten und größten MRT-Studien des Gehirns weltweit, schreiben die Studienautoren.

Wirkung der Ernährung auf die altersbedingte Hirnatrophie

Die Ergebnisse wurden in The American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht.

Die Wirkung der Ernährung auf die altersbedingte Hirnatrophie ist weitgehend unbewiesen, schreiben die Autoren. Die Teilnehmer wurden je nach Ernährungsweise in drei Gruppen eingeteilt, und vor und nach der Studie wurden MRT-Messungen des gesamten Gehirns durchgeführt.

Die Hippocampuswerte (HOC) und das Volumen des lateralen Ventrikels (LVV) wurden als Indikatoren für die Hirnatrophie und als Prädiktoren für eine künftige Demenzerkrankung gemessen.

Die Studie

284 Männer und Frauen (88 % Männer) im Alter von 31 bis 82 Jahren wurden nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen aufgeteilt:

  • Eine Gruppe mit gesunden Ernährungsrichtlinien,
  • eine Gruppe mit mediterraner Ernährung und
  • eine Gruppe mit grüner mediterraner Ernährung.

In der Gruppe mit mediterraner Ernährung erhielten die Teilnehmer zusätzlich Walnüsse, die reich an Polyphenolen waren. In der grün-mediterranen Gruppe erhielten die Teilnehmer zusätzlich polyphenolreiche grüne Komponenten: 3-4 Tassen grüner Tee täglich und ein täglicher grüner Shake aus Mankai-Entengrütze als Ersatz für das Abendessen, bei minimalem Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch. Darüber hinaus nahmen alle drei Gruppen an Programmen zur körperlichen Betätigung teil, die auf aerobem Training basierten, einschließlich kostenloser Mitgliedschaften in Fitnessstudios.

Die Studie wurde von Dr. Alon Kaplan und Prof. Iris Shai von der Ben-Gurion-Universität in Israel zusammen mit mehreren internationalen Teams von Hirnexperten durchgeführt.

Deutliche Abschwächung der Hirnatrophie

Die Forscher waren überrascht, dass sie innerhalb von 18-24 Monaten dramatische Veränderungen bei der MRT-gestützten Hirnatrophie feststellten, während sich die Geschwindigkeit der Hirnatrophiemarker (d. h. die Abnahme der Hippocampuswerte und die Volumenvergrößerung des Seitenventrikels) ab einem Alter von 50 Jahren und darüber deutlich beschleunigte.

Die Forscher entdeckten eine signifikante Abschwächung der Hirnatrophie im Laufe der 18 Monate bei denjenigen, die beide mediterranen Diäten einhielten, wobei das Ausmaß in der Green-MED-Gruppe größer war, insbesondere bei den Teilnehmern über 50 Jahren. Darüber hinaus stellten die Forscher fest, dass eine Verbesserung der Insulinsensitivität unabhängig mit einer verringerten Hirnatrophie verbunden war.

Ein höherer Verzehr von Mankai, grünem Tee und Walnüssen sowie ein geringerer Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch waren signifikant mit einem geringeren Rückgang des Hippocampusschwunds verbunden.

Polyphenole in pflanzlichen Nahrungsquellen

Die positive Verbindung zwischen grüner mediterraner Ernährung und altersbedingter Neurodegeneration könnte zum Teil durch den Reichtum an Polyphenolen in pflanzlichen Nahrungsquellen erklärt werden, die antioxidative und entzündungshemmende Stoffwechselprodukte enthalten. Polyphenole können die Blut-Hirn-Schranke (BHS) überwinden, die Neuroinflammation verringern und die Zellproliferation und Neurogenese im Hippocampus bei Erwachsenen anregen, schreibt Shai.

Die Ergebnisse könnten einen einfachen, sicheren und vielversprechenden Weg aufzeigen, um die altersbedingte Neurodegeneration zu verlangsamen, indem man sich an eine grün-mediterrane Ernährung hält, fügt Kaplan hinzu.

© Psylex.de – Quellenangabe: The American Journal of Clinical Nutrition, 2022; DOI: 10.1093/ajcn/nqac001

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