Angst u. Depression durch hochverarbeitete Lebensmittel?

Querschnittsuntersuchung des Verzehrs ultraverarbeiteter Lebensmittel und negativer psychischer Gesundheitssymptome

Angst u. Depression durch hochverarbeitete Lebensmittel?

26.08.2022 Eine neue Studie untersuchte, ob Personen, die größere Mengen an hochverarbeiteten Lebensmitteln konsumieren, mehr negative psychische Symptome aufweisen.

Ultrahochverarbeitete Lebensmittel sind zwar bequem, kostengünstig, schnell zubereitet bzw. verzehrfertig, doch enthalten diese industriellen Lebensmittel (Öle, Fette, Zucker, Stärke, Proteinisolate) wenig oder gar keine ganzen Lebensmittel. Sie sind das Ergebnis umfangreicher physikalischer, biologischer und chemischer Prozesse, die zu Lebensmitteln führen, denen es an ursprünglichen und natürlichen Lebensmitteln mangelt.

Ultrahochverarbeitete Lebensmittel enthalten in der Regel Aromen, Farbstoffe, Emulgatoren und andere kosmetische Zusatzstoffe.

Während es einige Belege für den Zusammenhang zwischen dem Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel und Depressionen gibt, sind die Daten zu anderen negativen psychischen Symptomen wie Angst und psychischem Unwohlsein eher gering.

Die Studie

Forscher des Schmidt College of Medicine der Florida Atlantic University und Mitarbeiter untersuchten eine landesweit repräsentative Stichprobe der US-Bevölkerung, ob der Konsum großer Mengen an ultraverarbeiteten Lebensmitteln signifikant mit mehr negativen psychischen Gesundheitssymptomen wie Depressionen, Angstzuständen und psychischem Unwohlsein in Verbindung steht.

Sie erfassten leichte Depressionen, die Anzahl der psychisch ungesunden Tage und die Anzahl der ängstlichen Tage bei 10.359 Erwachsenen ab 18 Jahren aus der US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey.

„Leichte Depression“, „psychisch ungesunde“ und „ängstliche Tage“

Die Ergebnisse der in der Fachzeitschrift Public Health Nutrition veröffentlichten Studie zeigen, dass Personen, die am meisten ultraverarbeitete Lebensmittel konsumierten, im Vergleich zu denjenigen, die am wenigsten konsumierten, einen statistisch signifikanten Anstieg der negativen psychischen Gesundheitssymptome „leichte Depression“, „psychisch ungesunde Tage“ und „ängstliche Tage“ aufwiesen. Sie wiesen auch eine signifikant niedrigere Rate von keinen (0) „psychisch ungesunden Tagen“ und keinen „ängstlichen Tagen“ auf.

Die Ergebnisse dieser Studie sind verallgemeinerbar für die gesamten USA sowie für andere westliche Länder mit einer ähnlichen Konsumrate von extrem verarbeiteten Lebensmitteln, schreiben die Studienautoren.

„Die Ultraverarbeitung von Lebensmitteln mindert ihren Nährwert und erhöht auch die Anzahl der Kalorien, da hochverarbeitete Lebensmittel in der Regel einen hohen Anteil an zugesetztem Zucker, gesättigtem Fett und Salz aufweisen, während sie wenig Proteine, Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten“, sagte Dr. Eric Hecht vom Schmidt College of Medicine der FAU.

„Mehr als 70 Prozent der verpackten Lebensmittel in den USA werden als ultra-verarbeitete Lebensmittel eingestuft und machen etwa 60 Prozent aller von den US-Amerikanern konsumierten Kalorien aus. Angesichts des Ausmaßes der Exposition gegenüber und der Auswirkungen des Konsums von ultraverarbeiteten Lebensmitteln hat unsere Studie erhebliche Auswirkungen auf die klinische und öffentliche Gesundheit“.

Die Studie zeigt einen Zusammenhang, nicht jedoch die Kausalität (also ob der Konsum dieser Lebensmittel psychische Symptome hervorruft oder psychisches Unwohlsein einen vermehrt zu diesen hochverarbeiteten Lebensmitteln greifen lässt).

© Psylex.de – Quellenangabe: Public Health Nutrition (2022). DOI: 10.1017/S1368980022001586

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Beiträge zu “Angst u. Depression durch hochverarbeitete Lebensmittel?”

  1. Ich glaube schlechte Ernährung beruht eher auf geringerem sozialen Status und Bildung, was durch Depressionen und Ängsten entstehen kann oder auch anfälliger für psychische Erkrankungen macht. Es fehlt dann an Geld, Zeit oder Motivation für eine gesündere Ernährung.

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