Entzündliche Hauterkrankungen durch psychischen Stress

Bei Erwachsenen mit Akne, atopischer Dermatitis und Schuppenflechte gilt: Je schwerer die Erkrankung, desto höher der empfundene Stress

03.03.2022 Etwa zwei Drittel der Patienten mit entzündlichen Hauterkrankungen weisen hohe Stresswerte auf. Dies geht aus einem im Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology veröffentlichten Bericht hervor.

Die Studie

Dr. Laurent Misery von der Universität Brest in Frankreich und Kollegen führten zwischen Oktober 2020 und Februar 2021 eine nicht vergleichende Beobachtungs- und Querschnittsstudie durch, um den wahrgenommenen Stress bei Erwachsenen mit Akne, atopischer Dermatitis (Neurodermitis), Psoriasis (Schuppenflechte) oder Hidradenitis suppurativa (Entzündung der Haarfollikel in der Haut) zu untersuchen.

Die validierte Skala für wahrgenommenen Stress wurde zur Bewertung des Stresses verwendet, und die Lebensqualität wurde mit dem Dermatology Life Quality Index (DLQI) gemessen. Es wurden die Daten von 7.273 Teilnehmern berücksichtigt: 1.605 mit Akne; 2.538 mit atopischer Dermatitis; 2.329 mit Psoriasis; und 801 mit Hidradenitis suppurativa.

Je mehr Stress, desto schwerer die Hauterkrankung

Die Forscher fanden heraus, dass 66,3 Prozent der Teilnehmer einen Stresswert von über 27 angaben (was auf ein hohes Stressempfinden hinweist).

Bei den Akne-, Neurodermitis- und Psoriasis-Patienten, nicht aber bei den Hidradenitis-suppurativa-Patienten, waren die Werte für das Stressempfinden umso höher, je schwerer die Erkrankung war.

Weniger als 15 Prozent der Patienten wurde psychologische Unterstützung angeboten, und nur zwei von drei Patienten nahmen diese Unterstützung an.

Der DLQI-Score war signifikant höher, und die Lebensqualität war bei Patienten mit Akne, atopischer Dermatitis und Psoriasis stärker beeinträchtigt, insbesondere wenn der Stress-Score größer als 27 war.

Bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen ist psychischer Stress ein wichtiges Thema, das besondere Aufmerksamkeit und individuelle psychologische Unterstützung erfordert, schreiben die Autoren.

© Psylex.de – Quellenangabe: Journal of the European Academy of Dermatology and Venereologydoi.org/10.1111/jdv.18016

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