Schlafprobleme seit Kindheit mit psychischen Störungen verbunden

Chronische Symptome von Schlaflosigkeit verbunden mit Depression und Angststörungen im Erwachsenenleben

10.06.2021 Eine 15-jährige Längsschnittstudie zeigt, dass Schlafstörungen in der Kindheit, die bis ins Erwachsenenalter andauern, starke Einflussgrößen für Stimmungs- und Angststörungen im jungen Erwachsenenalter sind.

Internalisierende Störungen

Die Ergebnisse zeigen, dass Schlaflosigkeitssymptome, die von der Kindheit über die Jugend bis ins Erwachsenenalter andauern, mit einem 2,8-fach erhöhten Risiko für internalisierende Störungen verbunden sind. Schlaflosigkeitssymptome, die sich im Laufe der Studie neu entwickelten, waren mit einem 1,9-fach erhöhten Risiko für internalisierende Störungen, zu denen depressive Störungen und Angststörungen gehören, verbunden.

Es wurde kein erhöhtes Risiko für internalisierende Störungen bei den Kindern gefunden, bei denen die Schlaflosigkeitssymptome während des Studienzeitraums wieder verschwanden.

Kein Herauswachsen aus Schlaflosigkeitssymptomen bei vielen

Die Befunde zeigen, dass etwa 40 % der Kinder beim Übergang in die Adoleszenz nicht aus ihren Schlaflosigkeitssymptomen herauswachsen und ein erhöhtes Risiko haben, später im frühen Erwachsenenalter psychische Störungen zu entwickeln, sagt Hauptautor Julio Fernandez-Mendoza vom Fachbereich für Biologische Psychologie an der Penn State College of Medicine.

Analysiert wurden Daten aus der Penn State Child Cohort, einer bevölkerungsbasierten Stichprobe von 700 Kindern mit einem Durchschnittsalter von 9 Jahren. Die Forscher hatten 8 Jahre später bei 421 Teilnehmern nachgefasst, als sie Jugendliche waren (Medianalter 16 Jahre) und nun 15 Jahre später bei 492 von ihnen, als sie junge Erwachsene waren (Medianalter 24 Jahre). Schlaflosigkeitssymptome wurden als mittelschwere bis schwere Probleme bei der Schlafeinleitung oder Aufrechterhaltung definiert.

Die Symptome wurden in der Kindheit von den Eltern und im Jugend- und jungen Erwachsenenalter von den Teilnehmern selbst angegeben. Das Vorhandensein von internalisierenden Störungen war definiert als Selbstbericht über eine Diagnose oder Behandlung für Stimmungs- und/oder Angststörungen. Die Ergebnisse wurden für Geschlecht, Rasse/ethnische Zugehörigkeit, Alter und internalisierenden Störungen oder Medikamentengebrauch für psychische Probleme in der Vorgeschichte angepasst.

Frühzeitige Schlafintervention angezeigt

Laut den Autoren konnte so nachgewiesen werden, dass Symptome der Schlaflosigkeit in der Kindheit mit internalisierenden Störungen verknüpft sind. Diese neuen Befunde deuten außerdem darauf hin, dass eine frühzeitige Schlafintervention angezeigt ist, um zukünftige psychische Probleme zu verhindern, da Kinder, deren Schlafstörungssymptome sich im Laufe der Zeit verbesserten, kein erhöhtes Risiko für eine Stimmungs- oder Angststörung im jungen Erwachsenenalter hatten, sagte Fernandez-Mendoza.

© psylex.de – Quellenangabe: Sleep, Volume 44, Issue Supplement_2, May 2021, Page A131, https://doi.org/10.1093/sleep/zsab072.326




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