Stress, Ängste und Depression: Erhöhtes Risiko für COVID-19?

Studie untersuchte psychologische Faktoren mit Auswirkungen auf selbstberichtete COVID-19-Effekte

13.01.2022 Menschen, die zu Beginn der Pandemie unter erhöhtem Stress, Ängsten und Depressionen litten, hatten ein höheres Risiko für eine Erkrankung an COVID-19, zeigt eine neue Studie.

Die in der Fachzeitschrift Annals of Behavioral Medicine veröffentlichte Studie ergab, dass eine größere psychische Belastung in der Frühphase der Pandemie in signifikantem Zusammenhang mit der späteren Meldung einer SARS-CoV-2-Infektion, einer erhöhten Anzahl an Symptomen und auch schwereren Symptomen stand.

Professor Kavita Vedhara von der School of Medicine der Universität Nottingham leitete die Studie zusammen mit Kollegen vom King’s College London und der Universität Auckland in Neuseeland.

Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass psychologische Faktoren wie Stress und soziale Unterstützung mit einer erhöhten Anfälligkeit für virale Atemwegserkrankungen und schwereren Symptomen einhergehen.

Während der COVID-19-Pandemie kam es nachweislich zu einer Verschlechterung des psychischen Wohlbefindens und einer verstärkten sozialen Isolation. Die aktuelle Studie wollte herauszufinden, ob Menschen, die während der Pandemie unter diesen Problemen litten, ein höheres Risiko für eine Erkrankung an COVID-19 und/oder die Entwicklung von Symptomen hatten.

Das Expertenteam führte eine Beobachtungsstudie mit fast 1.100 Erwachsenen durch, die im April 2020 Erhebungen ausfüllten und über die Inzidenz von COVID-19-Infektionen und das Auftreten von Symptomen während der Pandemie bis Dezember 2020 selbst berichteten.

Distress und COVID-19-Infektionen und -Symptome

Die Ergebnisse zeigten, dass COVID-19-Infektionen und -Symptome häufiger bei denjenigen auftraten, die unter erhöhter psychischer Belastung (Distress) litten.

Vedhara sagte: Die Bedeutung dieser Arbeit liegt darin, dass sie die Debatte über die psychischen Aspekte der Pandemie auf den Kopf stellt. Unsere Daten zeigen, dass erhöhter Stress, Ängste und Depressionen nicht nur Folgen des Lebens mit der Pandemie sind, sondern auch Faktoren, die das Risiko für eine Erkrankung durch SARS-CoV-2 erhöhen können.

Koautorin Trudie Chalder, Professorin für kognitive Verhaltenspsychotherapie am King’s College London, sagt: Frühere Arbeiten haben einen klaren Zusammenhang zwischen Stress und der Entwicklung von Virusinfektionen gezeigt, was auf eine Anfälligkeit hinweist. In der aktuellen Studie wurde festgestellt, dass Distress mit einer selbstberichteten COVID-19-Infektion verbunden war, und in einem nächsten Schritt muss untersucht werden, ob dieser Zusammenhang auch bei Personen mit einer bestätigten Infektion besteht.

© Psylex.de – Quellenangabe: Annals of Behavioral Medicine (2022). DOI: 10.1093/abm/kaab106

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