Kognitive Verhaltenstherapie reduziert Angst und Depression bei Herzpatienten

Ergebnisse zeigen, dass eine Kombination aus kognitiver Verhaltenstherapie unter der Leitung von Herz-Pflegekräften und kardiologischer Reha wirksam und machbar ist

Kognitive Verhaltenstherapie reduziert Angst und Depression bei Herzpatienten

22.02.2023 Eine kognitive Verhaltenstherapie (KVT), die von Herzkrankenpflegern in Verbindung mit einer kardialen Rehabilitation (KR) durchgeführt wird, reduziert Angst- und Depressionssymptome bei Herzpatienten laut einer online im European Heart Journal veröffentlichten Forschungsarbeit.

Annette Holdgaard vom Bispebjerg und Frederiksberg Krankenhaus in Dänemark und Kollegen untersuchten, ob die übliche ambulante KR plus KVT-Besuche von Herzschwestern mit KVT-Ausbildung (unter Aufsicht eines Psychologen) Ängste und Depressionen verringern. Die Analyse umfasste 147 Herzpatienten (67 Prozent Männer; Durchschnittsalter 54 Jahre) mit festgestellter psychischer Belastung (Angst und/oder Depression), die nach dem Zufallsprinzip fünf Sitzungen KVT in der Gruppe plus übliche KR (Intervention; 74 Teilnehmer) oder KR allein (Kontrolle; 73 Teilnehmer) zugewiesen wurden. Weitere 41 nachfolgende Patienten ohne psychische Probleme, die eine übliche KR erhielten (Hintergrundgruppe), wurden ebenfalls einbezogen, um den zeitlichen Einfluss auf das Ergebnis zu untersuchen.

  • Die Forscher stellten fest, dass sich der Gesamtwert der Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) nach drei Monaten in der Interventionsgruppe stärker verbesserte als in der Kontrollgruppe (mittlere Gesamtverbesserung: 8,0 gegenüber 4,1).
  • Die Unterschiede zwischen den Gruppen blieben auch nach sechs Monaten signifikant.
  • Die Interventionsgruppe hielt sich auch konsequenter an die KR, die herzbezogene Lebensqualität verbesserte sich nach sechs Monaten stärker, und die Zahl der kardialen Wiedereinweisungen war nach 12 Monaten signifikant geringer als in der Kontrollgruppe.
  • In der Hintergrundgruppe wurden keine signifikanten Veränderungen des HADS-Scores im Laufe der Zeit festgestellt.

„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass alle Patienten, die an einer kardiologischen Rehabilitation teilnehmen, auf psychische Probleme untersucht werden sollten und bei Bedarf eine KVT angeboten werden sollte“, so Holdgaard in einer Erklärung. „Die Teilnehmer der Therapiegruppe sagten, es sei eine Erleichterung, mit anderen zusammen zu sein, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben.“

© Psylex.de – Quellenangabe: European Heart Journal, ehac792, https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehac792

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