Hippocampus (Gehirn, Psychologie)

Hippocampus (Gehirn, Psychologie)

Hirnforschung – Anatomie

Definition

Der Hippocampus (benannt nach seiner Ähnlichkeit mit dem Seepferd) ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Gehirns. Menschen und andere Säugetiere haben zwei Hippocampi, einen in jeder Hemisphäre des Gehirns.

Hippocampi
Bild: Hippocampi gesehen von unten

Der Hippocampus gehört zum limbischen System und spielt wichtige Rollen bei der Konsolidierung von Informationen vom Kurzzeitgedächtnis zum Langzeitgedächtnis und in der räumlichen Navigation.

Der Hippocampus befindet sich unter der Hirnrinde (subkortikal) und bei Primaten im medialen Temporallappen. Er enthält zwei Hauptgebiete: den eigentlichen Hippocampus (auch Ammons Horn genannt) und den Gyrus dentatus.

Bei der Alzheimer-Krankheit ist der Hippocampus eine der ersten Regionen des Gehirns, die geschädigt werden; Gedächtnisverlust und Desorientierung gehören zu den frühen Symptomen. Schädigungen des Hippocampus können auch durch Sauerstoffmangel (Hypoxie), Enzephalitis oder mediale Temporallappenepilepsie verursacht werden. Menschen mit umfangreichen, bilateralen Hippocampus-Schäden können unter einer anterograden Amnesie leiden – die Unfähigkeit neue Gedächtnisinhalte zu bilden und zu speichern.

Die Lücke zwischen Gedächtnis und Wahrnehmung

13.07.2018 Der Hippocampus kann Vorhersagen an den visuellen Cortex darüber weitergeben, was wir aufgrund von Erfahrungen in der Vergangenheit erwarten, berichtet eine im Fachblatt JNeurosci veröffentlichte Neuroimaging-Studie.

Die Studie gehört zu den ersten, die die Interaktion zwischen diesen beiden Aspekten der Kognition untersuchten.

Die Verknüpfung zweier verschiedener Sinneserfahrungen, wie das Hören von Bellen und das Sehen eines Hundes, ermöglicht es den Menschen, die Welt effizienter wahrzunehmen, als sich allein auf den sensorischen Input zu verlassen. Wie das Gehirn diese Wahrnehmungsinformation „ausfüllt“, ist jedoch unklar.

Die Psychologen Peter Kok und Nicholas Turk-Browne von den Universitäten Princeton und Yale untersuchten die Beziehung zwischen Klangsignalen und visuellen Formen im Gehirn und fanden heraus, dass der Hippocampus das darstellt, was man erwartet zu sehen, während der visuelle Cortex das darstellt, was tatsächlich gesehen wird.

Die Erwartungen im Hippocampus sind mit der visuellen Verarbeitung verbunden, was auf einen Mechanismus hindeutet, durch den das Gedächtnis die Wahrnehmung beeinflussen kann.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: JNeurosci – http://dx.doi.org/10.1523/JNEUROSCI.0163-18.2018

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