Bildschirmzeit von Kindern / Jugendlichen
und die Psyche

Medienpsychologie

Psychisch krank? Zusammenhang zwischen Bildschirmzeit bei Heranwachsenden und psychischem Wohlbefinden

30.10.2018 Zu viel Bildschirmzeit - also Spielen an der Konsole, Smartphones und Fernsehen - ist mit einem erhöhten Ausmaß und der Diagnose von Angststörungen oder Depressionen bei Kindern ab 2 Jahren verbunden laut einer in der Fachzeitschrift Preventative Medicine Reports veröffentlichten Studie.

Selbst nach nur einer Stunde Bildschirmzeit täglich fangen Kinder und Jugendliche an, weniger Neugierde, weniger Selbstbeherrschung, weniger emotionale Stabilität und eine größere Unfähigkeit, Aufgaben zu erledigen, zu entwickeln, berichten Jean Twenge vom Fachbereich Psychologie der San Diego State Universität und der Psychologie-Professor der University of Georgia W. Keith Campbell.


Bild: pixabay

Die Wissenschaftler analysierten eine Stichprobe von mehr als 40.300 Umfragen unter den Betreuern von Kindern im Alter von 2 bis 17 Jahren aus dem Jahr 2016.

Die landesweite Umfrage wurde vom U.S. Census Bureau per Post und online durchgeführt und erkundigte sich nach Themen wie: bestehende medizinische Versorgung, emotionale, entwicklungs- und verhaltensbezogene Fragen sowie dem Verhalten, einschließlich der täglichen Bildschirmzeit.

Twenge und Campbell schlossen Jugendliche mit Erkrankungen wie Autismus, zerebraler Lähmung und Entwicklungsverzögerung aus, da sie das tägliche Funktionieren eines Kindes beeinträchtigt haben könnten.

Psychische Erkrankungen

Die Psychologen fanden heraus, dass Jugendliche, die mehr als sieben Stunden am Tag auf Bildschirmen verbringen, doppelt so wahrscheinlich mit psychischen Störungen wie Angststörung oder Depression diagnostiziert werden als Heranwachsende, die nur eine Stunde vor dem Bildschirm sitzen.

Weitere Befunde waren:

Wie lange sollte ein Kind vor dem Bildschirm sitzen?

Die Studie liefert weitere Belege dafür, dass die von der American Academy of Pediatrics festgelegten Bildschirmzeitbegrenzungen - eine Stunde pro Tag für 2 bis 5-Jährige, mit Schwerpunkt auf hochwertigen Programmen - gültig sind, sagte Twenge.

Die Studie schlägt auch vor, dass ähnliche Grenzwerte - vielleicht bis zu zwei Stunden pro Tag - für schulpflichtige Kinder und Jugendliche angewendet werden sollten, sagte der Psychologe.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Preventive Medicine Reports (2018). DOI: 10.1016/j.pmedr.2018.10.003

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