Lebenszufriedenheit (Psychologie)

Positive Psychologie / Glücksforschung

Definition: Der Begriff Zufriedenheit wird benutzt, um einen Zustand der inneren Ausgeglichenheit, der Bedürfnislosigkeit (weil die Bedürfnisse alle erfüllt sind oder es keine zu erfüllen gibt) zu beschreiben. Lebenszufriedenheit bezeichnet das Ausmaß der Zufriedenheit hinsichtlich des gesamten eigenen Lebens.

Verschobener Ruhestand: nur wenig Wirkung auf Lebenszufriedenheit

Aufgrund des Gejammers der Krankenversicherungen, Pflegedienste, Rentenversicherungen und der Politiker, muss sich die Mehrheit der Menschen wohl auf einen späteren Ruhestand einstellen. Einige werden sich fragen, ob sie ihre 'goldenen' Jahre noch werden genießen können.

Keine Einbuße bei der Lebenszufriedenheit in der Rente

Lebenszufriedenheit im Ruhestand

Eine neue Studie zeigt, dass zumindest Männer (tendentiell dürfte dies wohl auch für Frauen gelten), psychologisch gesehen, nicht durch eine angehobene Altersgrenze des Ruhestands an ihrer Lebenszufriedenheit einbüssen.

Dr. Elizabeth Mokyr Horner von der University von California, Berkeley fand heraus, dass Personen durch dieselben psychologischen Stadien beim Übergang und der Gewöhnung an den Ruhestand gehen, unabhängig wie alt sie sind, wenn sie sich aus dem Arbeitsleben zurückziehen. Jenseits der 70 stabilisiert sich die Lebenszufriedenheit.

Die unvermeidliche Erhöhung der Altersgrenze in den USA (und Deutschland) ist nicht ohne Präzedenzfall, da mehrere Länder auf der Welt bereits ähnliche Maßnahmen erlassen haben.

Beziehung zwischen Ruhestand und Zufriedenheit

Horner untersuchte die Beziehung zwischen Ruhestand und Glück / Lebenszufriedenheit bei Personen nahe des Ruhestands und überprüfte internationale Daten, besonders aus dem Vereinigten Königreich und anderen EU-Ländern, sowohl wie auch die Gesundheits- und Ruhestandsstudien der USA Die Daten enthielten 18.345 Männer, vollständig im Ruhestand - zwischen 50 und 70 Jahren. Horner studierte die Wahrnehmung der Lebenszufriedenheit der Männer zu verschiedenen Zeitpunkten nach dem Eintritt des Ruhestands.

Stadien / Stufen im Ruhestand

In der Zeit kurz nach dem Eintreten des Ruhestands, erfuhren die Männer eine große Verbesserung bezüglich Wohl und Lebenszufriedenheit.

Einige Jahre nach dem Ruhestand jedoch fiel die Zufriedenheit rasch. Dies geschah unabhängig davon wie alt die Männer waren, als sie sich zurückzogen.

Auf lange Sicht d.h. nach dem 70. Lebensjahr an, stabilisierte sich für alle die Lebenszufriedenheit wieder.

Zeitpunkt für Ruhestand nicht wichtig

Horner glaubt, dass der Zeitpunkt des Ruhestands nicht ausschlaggebend ist, da die Stufen der Lebenszufriedenheit konsistent sind, egal wie alt man ist, wenn man in den Ruhestand übergeht. "Ein späterer formeller Ruhestand verschiebt den Nutzen für das Wohl durch den Ruhestand bei Männern einfach, und das Alter des formellen Ruhestands verhält sich relativ neutral in Hinsicht auf die generelle Lebenszufriedenheit.

© PSYLEX.de - Quelle: Journal of Happiness Studies, Dez. 2012

Nicht Religion, sondern Gemeinschaft gibt Lebenszufriedenheit

Forscher glauben, dass sie die geheime Zutat identifiziert haben, die die Verbindung zwischen Religion und verbesserter Lebenszufriedenheit erklärt.

Nicht der Glaube sondern die sozialen Aspekte

"Unsere Studie bietet zwingende Belege, dass es die sozialen Aspekte der Religion sind und nicht der Glaube oder die Spiritualität sind, die zu Lebenszufriedenheit führen", sagte Chaeyoon LIM, Dozent der University of Wisconsin-Madison, der die Studie ausführte.

Die Studie ist im American Sociological Reviews zu finden.

Freundschaften sind die geheime Zutat

"Im Besonderen stellten wir fest, dass in religiösen Gemeinden die Freundschaften die geheime Zutat der Religion sind, die die Leute glücklicher macht."

In ihrer Studie, "Religion, soziale Netzwerke und Lebenszufriedenheit" benutzten Lim und Mitautor Robert D. Putnam Daten der Faith Matters Studie, eine Umfrage einer repräsentativen Stichprobe von US-Erwachsenen aus den Jahren 2006 und 2007. Die Umfragestudie wurde im Detail vor kurzem im Buch American Grace von Putnam und David E. Campbell erörtert.

Laut der Studie, sagten 33 Prozent der Menschen, die jede Woche Gottesdienste besuchen und drei bis fünf gute Freunde in ihrer Gemeinde haben, dass sie mit ihrem Leben "äußerst zufrieden" sind. "Äußerst zufrieden" wird als 10 definiert, auf einer Skala von 1 bis 10.

In Vergleich berichten nur 19 Prozent der Menschen, die Gottesdienste wöchentlich besuchen, aber keine guten Freunde in ihrer Gemeinde haben, dass sie äußerst zufrieden sind.

Andererseits, sind 23 Prozent der Menschen, die Gottesdienste nur einige Male im Jahr aufsuchen, aber drei bis fünf gute Freunde in ihrer Gemeinde haben mit ihrem Leben äußerst zufrieden.

Und 19 Prozent der Menschen, die nie Gottesdienste besuchen und deshalb keine Freunde in der Gemeinde haben, sind mit ihrem Leben äußerst zufrieden.

Freunde und soziales Netz machen zufriedener

"Es erhärten sich die Belege für mich, dass es nicht wirklich der Kirchgang ist und den Predigten zuzuhören oder das Beten, was die Leute zufriedener macht, sondern das kirchenbasierte 'Freunde machen' und soziale Netze dort aufzubauen", sagte Lim.

Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe

Und die Leute mögen es gerne, dass sie einer Gruppe angehören. "Eine der wichtigen Funktionen der Religion ist, den Leuten ein Zugehörigkeitsgefühl zu einer moralischen Gemeinschaft basierend auf religiösem Vertrauen zu geben", sagte er.

"Diese Gemeinschaft bleibt jedoch abstrakt und entfernt, es sei denn, man hat einen vertrauten Freundeskreis, der eine ähnliche Einstellung teilt. Die Freunde in seiner Gemeinde machen die Religionsgemeinschaft wirklich und handfest und stärken das Zugehörigkeitsgefühl zur Gemeinschaft auf diese Art."

Wohl auf alle Religionen anwendbar

Die Befunde der Studie sind auf die drei hauptchristlichen Traditionen anwendbar (Protestanten, evangelische Protestanten und Katholiken).

"Wir finden auch ähnliche Muster unter Juden und Mormonen, sogar mit einer viel kleineren Stichprobe", sagte Lim, der bemerkte, dass es nicht genug Moslems oder Buddhisten im Datensatz gab, um das Modell für jene Gruppen zu testen.

© PSYLEX.de - Quelle: American Sociological Association, Dez. 2010

Berufspendler mit geringerer Lebenszufriedenheit

Berufsverkehr
Bild: skeeze (pixabay)

05.12.2014 Je mehr Zeit man mit der Fahrt zur Arbeit und zurück verbringt, desto weniger zufrieden ist man mit seinem Leben, sagt eine neue kanadische Studie.

Die im World Leisure Journal herausgegebene Forschungsarbeit präsentiert, warum Pendeln so auf die Zufriedenheit drückt: der Verkehr ist überraschenderweise nicht der einzige Grund dafür.

"Wir stellten fest, dass je länger jemand braucht, um zur Arbeit zu kommen, desto geringer ist seine Zufriedenheit mit seinem Leben im Allgemeinen", sagt Margo Hilbrecht von der Waterloo Universität.

Während man lange annahm, dass das Pendeln zwischen Arbeit und Heim auch einige Vorteile bietet - wie Zeit, um sich vom Arbeitstag zu lösen - sagen die neuen Befunde, dass das Gegenteil für die meisten Pendler zutrifft.

Die Forscher stellten fest, dass die Lebenszufriedenheit am stärksten durch den Zeitdruck, hervorgerufen durch lange Pendelfahrten, gesenkt wurde.

"Einige Leute können vielleicht eine Pendelfahrt genießen, aber längere Fahrtzeiten sind verbunden mit dem Gefühl eines Zeitdrucks, was das Stressniveau hebt", sagt Hilbrecht.

In früheren Studien konnten lange Pendelfahrten bereits mit schlechter psychischer und physischer Gesundheit verbunden werden (wie Hypertonie[Bluthochdruck], Fettleibigkeit, Arbeitsabwesenheit aufgrund von geringer Energie und Krankheit).

Die Wissenschaftler fanden einen weiteren Faktor - außer dem Berufsverkehr - der hoch mit der Lebenszufriedenheit der Pendler in Beziehung stand: körperliche Aktivität.

"Berufspendler mit Zeit für körperliche Freizeitaktivitäten hatten eine höhere Lebenszufriedenheit", sagt Hilbrecht. "Physische Aktivität kann auf die Arbeitsfahrten bezogenen Stress mildern, wenn die Berufstätigen ihn in ihre Tagesaktivitäten einbeziehen können, doch die offensichtliche Einschränkung ist die Zeitknappheit. Längere Fahrten bedeuten weniger Zeit für andere Aktivitäten, was dazu führt, dass die Lebenszufriedenheit sinkt."

Andere mit einer höheren Lebenszufriedenheit verbundene Faktoren unter Berufspendlern waren flexible Arbeitszeiten und ein höheres Haushaltungseinkommen. Nach der Studie berichteten Frauen über einen höheren Zeitdruck, genauso wie Personen mit einem Partner.

"Eine lange Pendelfahrt ist der Gesundheit abträglich. Vielleicht ist es besser eine etwas schlechter bezahlte Arbeitsstelle zu nehmen, wenn sie dafür näher beim Wohnort ist. Wenn man die Wahl hat, sollte man sich die Wirkung des Berufspendelns auf die Lebenszufriedenheit ansehen."

© PSYLEX.de - Quellen: World Leisure Journal, Waterloo Universität; Dezember 2014

Zeitumstellung lässt Lebenszufriedenheit sinken

26.03.2015 Laut einer aktuellen Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg nimmt die Lebenszufriedenheit ab - und insbesondere die von Eltern mit Kleinkindern - wenn die Uhr eine Stunde vorgestellt wird.

Die Autoren der Studie Daniel Kühnle und Christoph Wunder untersuchten die Daten einer repräsentativen Studie mit knapp 40.000 Teilnehmern aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich.

Die Studienresultate zeigen, dass die Lebenszufriedenheit bei den Teilnehmern beider Länder in der Woche nach der Zeitumstellung sinkt. Besonders betroffen waren die Eltern von kleinen Kindern. In der zweiten Woche nach der Zeitumstellung hat sich dann die Lebenszufriedenheit wieder auf das Ausgangsniveau eingependelt.

Die Autoren erklären den vorübergehenden Rückgang der Zufriedenheit nicht nur durch die körperliche Anpassung an einen neuen Tagesablauf. Die Leute erleben es als eine belastende Erfahrung, wenn man ihnen eine Stunde wegnimmt und ihre Zeit einschränkt, sagte Kühnle. Dies träfe insbesondere für Eltern zu, die sowieso weniger Zeit zur Verfügung hätten.

Die Forscher empfehlen, die verlorene Stunde wiedergutzumachen: Es sollte den Menschen eine 'Entschädigung' angeboten, die Möglichkeit gegeben werden, selbst zu entscheiden, wie sie ihre Zeit in dieser Woche verleben. Z. B. könne man den Menschen eine größere Flexibilität bei der Arbeitszeit einräumen, sagte Kühnle.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; März 2015

Hohe Bildung ist kein Garant für ein zufriedenes Leben

04.04.2015 Eine Studie der University of Warwick zeigt, dass eine gute Ausbildung nicht die Wahrscheinlichkeit für Glück und Zufriedenheit im Leben verbessert.

Die im British Journal of Psychiatry veröffentlichte Studie legt nahe: Menschen jeden Bildungsniveaus, egal ob niedriges oder hohes, haben ähnliche Chancen auf ein hohes mentales Wohlbefinden.

Niedriges Bildungsniveau und psychische Probleme

Zwar gibt es einen starken Zusammenhang zwischen einem niedrigen Bildungsniveau und der Wahrscheinlichkeit für psychische Störungen, aber das Forscherteam wollte herausfinden, ob eine hohe Bildung automatisch eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein größeres psychisches Wohlbefinden nach sich zieht.

"Diese Befunde sind ziemlich verblüffend, denn wir erwarteten, dass die mit psychischen Störungen verbundenen sozioökonomischen Faktoren auch mit psychischen Wohlbefinden in Beziehung stehen", sagte Autorin Professor Sarah Stewart-Brown.

"Also, wenn ein niedriges Bildungsniveau stark mit psychischen Erkrankungen verbunden ist, auch ein hohes Bildungsniveau stark mit Lebenszufriedenheit verbunden wäre. Aber das ist nicht der Fall."

Psychisches Wohlbefinden

Für die Studie wurde ein hohes psychisches Wohlbefinden definiert als "sich gut fühlen und den Anforderungen gewachsen sein".

Menschen mit einem hohem Wohlfühl-Niveau sind öfter glücklich und zufrieden mit ihrem Leben als Menschen mit einem niedrigeren mentalen Wohlbefinden, aufgrund der Art und Weise wie mit Problemen und Anforderungen (besonders in Beziehungen) umgegangen wird.

Das Team verwendete Daten von mehr als 17.000 Menschen aus einer englischen Gesundheitsumfrage aus den Jahren 2010 und 2011.

Die Studiendaten legen also nahe, dass Programme zur Prävention von psychischen Erkrankungen wahrscheinlich nicht zur Steigerung des psychischen Wohlbefindens geeignet sind.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University of Warwick, The British Journal of Psychiatry; März 2015

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

Forschungsartikel, News

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter