Liebeskummer (Psychologie, Psyche)

Liebeskummer (Psychologie, Psyche)

Psychische Probleme – Beziehungsprobleme

Obwohl von fast allen Menschen schon durchlebt, wird Liebeskummer oft mit einem Lächeln abgetan. Die meisten Menschen wissen, dass es „von allein“ vorbeigeht. Nur diejenigen, die den Liebeskummer zum ersten Mal verspüren, können sich mit dieser Psychologie nicht helfen, da sie es noch nicht erfahren haben, dass er auch tatsächlich vorbeigeht.

Die Folgen: Depressionen und Selbstmord

Die Folgen von echtem Liebeskummer können sehr schwerwiegend sein/werden. Sie reichen von Verstimmungen bis zu Depressionen, es können körperliche Krankheiten entstehen und manchmal kommt es sogar zum Selbstmord. Schon deshalb kümmert sich die Psychologie um den Liebeskummer.

Ursachen können der Entzug der Liebe durch den Partner/Partnerin, Vater oder Mutter sein, oder das Verlieben in einen anderen Menschen, ohne dass jener davon weiß und ohne dass es zu einer Beziehung kommt.

Symptome

Die Symptome können sein:

  • Leistungseinbrüche in Schule oder Beruf
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Verlust des Interesses an anderen Menschen
  • Verlust des Interesses an vormalig wichtigen Freizeitaktivitäten
  • / depressive Grundstimmung (die Welt wird vorrangig negativ gesehen)
  • Schlafstörungen

Je nach Schwere des Liebeskummers verschwindet er meistens spätestens nach einigen Monaten von selbst. Es gibt einige Tipps aus der Psychologie, wie man ihn schneller los wird.

Auflösung einer Beziehung ist ähnlich einem Sucht-Entzug

Beziehungsende, Liebeskummer und Sucht, Entzug

Ablehnung durch einen Beziehungspartner ist eine bittere Pille. Neue Forschungsergebnisse sagen, dass das Trauma so schwerwiegend ist, weil Ablehnung in der Liebesbeziehung primitive Bereiche des mit Motivation, Belohnung und Suchtverlangen (Craving) verbundenen Teil des Gehirns betrifft.

Die Studie ist in der Juli-Ausgabe des Journal of Neurophysiologys herausgegeben worden.

Lucy Brown, Ph.D., klinische Professorin der Abteilung für Neurologie und Neurobiologie am Albert Einstein College of Medicine der Yeshiva-Universität, ist die Autorin der Studie.

Unter Verwendung von funktioneller Kernspintomographie (fMRT) zeichneten Forscher die Gehirnaktivität von 15 Erwachsenen im Collegealter auf, die in letzter Zeit von ihren Partnern zurückgewiesen worden waren, aber berichteten, dass sie immer noch intensiv „verliebt“ wären.

Liebeskummer aktivierte mehrere Gehirnbereiche

Beim Betrachten von Fotographien ihrer früheren Partner wurden mehrere Schlüsselbereiche der Gehirne der Teilnehmer aktiviert:

  • der ventrale tegmentale Bereich, welcher Motivation und Belohnung kontrolliert und dafür bekannt ist, mit Gefühlen romantischer Liebe verbunden zu sein;
  • der Nucleus accumbens und der orbitofrontale / präfrontale Cortex, welche mit Verlangen und Sucht verbunden sind, besonders das dopaminerge Belohnungssystem ist wirksam bei Kokainsucht;
  • und die Inselrinde und der anteriore cingulate, welche mit physischem Schmerz und Verzweiflung verbunden sind.

Durch Bindung dieser bestimmten Bereiche des Gehirns an Ablehnung in der Liebe liefert die Forschung Einblicke in die qualvollen Gefühle, die eine Auflösung einer Beziehung bzw. Liebeskummer begleiten können, so auch extremes Verhalten, wie Stalking, Mord und Selbstmord, die als Ergebnis herauskommen können.

Romantische Liebe sowohl unter glücklichen als auch unglücklichen Umständen kann eine natürliche Sucht sein, sagte Dr. Brown.

„Unsere Befunde zeigen, dass der Schmerzen durch romantische Ablehnung / Liebeskummer ein notwendiger Teil des Lebens sein kann, den die Natur in unsere Anatomie und Physiologie einbaute. Die natürliche Erholung, eben einen anderen als Partner auszusuchen und mit ihm zusammenzusein, gibt es ebenfalls in unserer Physiologie.“
Quelle: Albert Einstein College of Medicine, Juli 2010

Selbsthilfetipps bei Liebeskummer

  • Sofort jeglichen Kontakt oder Annäherung mit der verlorenen Liebe vermeiden.
  • Keine Informationen über sie/ihn einholen.
  • Wohnung oder Haus unbedingt meiden.
  • Auf keinen Fall anrufen (auch nicht um die Anwesenheit zu überprüfen).
  • Verwandte und Bekannte von ihr/ihm nicht kontaktieren.
  • Sondern Kontakt zu anderen Menschen suchen.
  • Ablenkung suchen (fällt schwer, muss aber sein).
  • Am besten in den Urlaub fahren mit Freunden oder einer Reisegruppe.
  • Auf keinen Fall Drogen oder Alkohol benutzen.
  • Bei wirklich akuten „Schmerzen“ sich mit Leuten treffen, denen es genauso geht. Freunde und Bekannte können einen nicht so richtig helfen, weil sie anscheinend diese Gefühle, die sie selbst mal erlebt haben, irgenewann wieder vergessen haben. Aber Menschen, die auch gerade diese Gefühle durchmachen, sind schon eine große Hilfe. Man trifft sie in speziell dafür errichteten Foren. Allein das Lesen der Beiträge von anderen Betroffenen ist ein großer Trost ! Jetzt auf keinen Fall den/die Ex anrufen…dadurch wird das Unvermeidliche nur hinausgeschoben und das Leiden verlängert !

Dies sind Selbsthilfetipps, die nur für denjenigen gedacht sind, der glaubt, an seinem Liebeskummer zu Grunde zu gehen. Für alle anderen gilt aber Abstand halten, trauern (aber nicht zu lange) um sich dann wieder ins Leben zu stürzen. Denn die große / nächste Liebe wartet.

Sollte jemand nicht alleine mit dem „Verlust“ des geliebten Menschen klar kommen, so sollte er/sie sich nicht schämen einen Psychotherapeuten oder Psychologen aufzusuchen.

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