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Unterstützt Bewegung / Sport tatsächlich die Denkleistung?

Eine Übersicht über randomisierte Kontrollstudien zu den Auswirkungen von körperlicher Aktivität auf die Kognition

Unterstützt Bewegung / Sport tatsächlich die Denkleistung?

28.03.2023 Es wird seit langem angenommen, dass körperliche Aktivität bzw. Sport dazu beiträgt, geistig fit zu bleiben, aber eine neue Untersuchung zeigt, dass es kaum solide wissenschaftliche Belege für den mentalen Nutzen von körperlicher Bewegung gibt.

Die Ergebnisse einzelner klinischer Studien stützen in der Regel die Annahme, dass regelmäßiger Sport die Gesundheit des Gehirns fördert.

Eine kombinierte Auswertung von 109 Studien, an denen mehr als 11.000 gesunde Menschen teilnahmen, ergab jedoch, dass die Belege für diese Annahme insgesamt schwach sind, so die in Nature Human Behavior veröffentlichten Ergebnisse.

Dr. Luis Ciria vom Mind, Brain and Behavior Research Center der Universität Granada in Spanien und Kollegen bewerteten die kausalen Belege für diesen Zusammenhang in der gesunden Bevölkerung, indem sie eine übergreifende Überprüfung von Metaanalysen vornahmen, die sich auf randomisierte kontrollierte Studien (RCT; dem Goldstandard für solche Studien) beschränkten.

  • Obwohl die meisten der 24 überprüften Metaanalysen einen positiven Gesamteffekt berichten, zeigt die Bewertung Hinweise auf eine geringe statistische Aussagekraft bei den primären RCT, eine selektive Einbeziehung von Studien, Publikationsverzerrungen und große Unterschiede bei der Kombination von Vorverarbeitungen und analytischen Entscheidungen.
  • Darüber hinaus zeigt die Metaanalyse aller primären RCT, die in die revidierten Metaanalysen einbezogen wurden, einen geringen Nutzen von körperlicher Bewegung (d = 0,22, 95 % Konfidenzintervall 0,16 bis 0,28), der nach Berücksichtigung der wichtigsten Moderatoreffekte (d. h. aktive Kontrolle und Unterschiede bei der Ausgangslage; d = 0,13, 95 % Konfidenzintervall 0,07 bis 0,20) deutlich geringer und nach Korrektur der Publikationsverzerrung vernachlässigbar wurde (d = 0,05, 95 % Konfidenzintervall -0,09 bis 0,14).

Diese Ergebnisse mahnen zur Vorsicht bei Behauptungen und Empfehlungen, die regelmäßige körperliche Betätigung mit kognitiven Vorteilen in der gesunden Bevölkerung in Verbindung bringen, solange keine zuverlässigeren kausalen Belege vorliegen, schließen die Studienautoren.

© Psylex.de – Quellenangabe: Nature Human Behaviour (2023). DOI: 10.1038/s41562-023-01554-4

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