Persönlichkeitsmerkmale: Zusammenhang mit Wohlbefinden und Zufriedenheit nach dem Berufsleben

Nach dem Berufsleben: Studie untersuchte Ausstiegswege, Persönlichkeitsmerkmale und Wohlbefinden

31.03.2022 Eine neue Studie hat neue Zusammenhänge zwischen den Persönlichkeitsmerkmalen älterer Menschen, den Wegen, auf denen sie ihren Arbeitsplatz verlassen haben, und ihrem Wohlbefinden nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben festgestellt. Dusanee Kesavayuth von der Kasetsart University in Bangkok, Thailand, und Kollegen stellen diese Ergebnisse in der Open-Access-Zeitschrift PLOS ONE vor.

Da die Weltbevölkerung älterer Menschen wächst, interessieren sich Gemeinschaften und politische Entscheidungsträger zunehmend für das Wohlergehen derjenigen, die den Arbeitsmarkt verlassen. Forscher haben begonnen zu erforschen, wie unterschiedliche Ausstiegswege – zum Beispiel Zwangsverrentung oder freiwilliger Ruhestand – mit der späteren Lebenszufriedenheit zusammenhängen können. Aber nur wenige Studien haben sich damit befasst, wie solche Zusammenhänge von den Persönlichkeitsmerkmalen der Menschen abhängen können.

Zufriedenheit mit Leben, Einkommen und Freizeit nach Berufsleben

Um dies zu klären, analysierten Kesavayuth und Kollegen die Daten von mehr als 2.000 Personen im Alter von 50 bis 75 Jahren, die an der British Household Panel Survey teilnahmen. Der Datensatz umfasste die Bewertung der „Big Five„-Persönlichkeitsmerkmale der Teilnehmer – eine Standardbewertung der Persönlichkeit – und die anschließende Lebenszufriedenheit, nachdem die Teilnehmer ihren Arbeitsplatz verlassen hatten, ob freiwillig oder nicht – ohne Pläne zur Wiederaufnahme der Arbeit.

Die statistische Analyse der Daten ergab einen Zusammenhang zwischen den Wegen, auf denen die Teilnehmer ihren Arbeitsplatz verließen, und ihrer anschließenden Zufriedenheit mit Leben, Einkommen und Freizeit. Diese Zusammenhänge variierten jedoch tatsächlich je nach Persönlichkeitsmerkmalen.

Gewissenhaftigkeit

So war beispielsweise die Eigenschaft Gewissenhaftigkeit bei älteren Menschen, die zwangsweise in den Ruhestand gingen, mit einer höheren Freizeitzufriedenheit verbunden und bei Menschen, die arbeitslos wurden, mit einer höheren Lebenszufriedenheit.

Die Autoren vermuten, dass Gewissenhaftigkeit als „psychologischer Puffer“ fungieren könnte, wobei gewissenhafte Personen proaktiver bei der Suche nach neuen, erfüllenden Lebensmustern sind.

Extraversion

Bei Personen, die vorzeitig in den Ruhestand gingen, war Extraversion mit einer geringeren Zufriedenheit mit dem Leben, dem Einkommen und der Freizeit verbunden. Bei Menschen, die aufgrund von Krankheit oder Pflegebedürftigkeit aufhörten zu arbeiten, war die Extraversion jedoch mit einer höheren Zufriedenheit mit der Freizeit verbunden.

Die Autoren vermuten, dass extravertierte Menschen soziale Beziehungen bei der Arbeit vermissen, aber auch motiviert sein könnten, gesellige, lohnende Hobbys zu finden.

Verträglichkeit, Offenheit und Neurotizismus

Zusammenhänge wurden auch bei den Merkmalen Verträglichkeit, Offenheit und Neurotizismus festgestellt. Diese Verbindungen bestätigen keine kausalen Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Faktoren, und die vorgeschlagenen Erklärungen können in diesem Stadium nur spekulativ sein.

Neurotizismus erhöhte die Einkommenszufriedenheit derjenigen, die arbeitslos wurden, was möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass Personen mit hohem Neurotizismus ein niedrigeres „Ausgangsniveau“ der Einkommenszufriedenheit im Vergleich zu typischen Personen hatten, so dass sie nicht so stark betroffen waren. Schließlich minderte Verträglichkeit die Lebens- und Freizeitzufriedenheit derjenigen, die in den Ruhestand gehen mussten, wie dies auch bei Offenheit in Bezug auf die Einkommenszufriedenheit der Fall war.

Die Ergebnisse könnten jedoch dazu beitragen, gezielte Interventionen und politische Maßnahmen zur Förderung des Wohlbefindens älterer Personen einzuleiten. Solche Bemühungen könnten angesichts der derzeitigen Massenabwanderung von Arbeitnehmern aus dem Erwerbsleben im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie besonders wichtig sein, schreiben die Studienautoren.

Die Autoren fügen hinzu: „In unserer Studie wurden Zusammenhänge zwischen den Wegen, die die Menschen beim Ausscheiden aus dem Erwerbsleben eingeschlagen haben, und ihrer späteren Lebenszufriedenheit, ihrem Einkommen und ihrer Freizeitgestaltung aufgedeckt. Diese Zusammenhänge variierten je nach den Persönlichkeitsmerkmalen der Menschen. Gewissenhafte Personen waren proaktiver bei der Suche nach neuen, erfüllenden Lebensmustern“.

© Psylex.de – Quellenangabe: PLOS ONE, 2022; 17 (3): e0263670 DOI: 10.1371/journal.pone.0263670

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