Videospiele, Computerspiele (Psychologie)

Medienpsychologie

Videospiele, Computerspiele (Psychologie, Psyche)







News und Forschungsartikel, die sich mit dem Einfluss von Computerspielen (Videospielen) auf unsere Psyche/Psychologie beschäftigen. Computerspiele (auf PC), Videospiele (auf Konsolen) bezeichnen interaktive Medien, Programme, die es den Usern oder dem User ermöglichen, nach implementierten Regeln, mit dem Computer (also dem Programm) und /oder anderen Usern spielerisch zu interagieren.

Oma und Opa geht es besser, wenn sie Videospiele spielen

Eine Forschungsstudie der North Carolina State University hat herausgefunden, dass ältere Erwachsene, die Videospiele spielen, sich emotional sehr viel besser fühlen.

Die Forscher fragten 140 Menschen (63-jährig und älter), ob und wenn ja, wie oft, sie Videospiele spielten. Die Studienteilnehmer beantworteten dann einige Tests, damit emotionales und soziales Wohl beurteilt werden konnten.

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61 Prozent der Teilnehmer spielten Videospiele zumindest gelegentlich, und 35 Prozent sagten, dass sie mindestens einmal pro Woche spielen.

Größeres Wohlbefinden

Die Studie fand heraus, dass Teilnehmer, die Computerspiele spielten (inklusive derer, die nur gelegentlich spielten) über ein größeres Wohlbefinden berichteten.

Jene, die keine Videospiele spielten, berichteten über negativere Emotionen und es konnte bei diesen eine depressivere Tendenz festgestellt werden.

Videospiele und emotionale Stabilität

„Die hier herausgegebene Forschung zur Wirkung von Computerspielen auf die Psyche besagt, dass es eine Verbindung zwischen Spielen und (mehr) Wohlbefinden und emotionaler Stabilität gibt“, sagt Dr. Jason Allaire, Hauptautor der Studie und Professor der Psychologie an der NC State, USA.

„Wir planen gegenwärtig Studien, um herauszufinden, ob das Spielen digitaler Spiele tatsächlich die psychische Gesundheit bei älteren Erwachsenen verbessert“.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: North Carolina State University, März 2013

Können Computerspiele die Stimmung verbessern?

Eine Studie der Universität von Wisconsin-Madison zeigt, dass das Spielen von Videospielen (bzw. Computerspielen) Frustrationen verringern und die Stimmung verbessern kann; gewalttätige Spiele können aber auch die Aggressivität erhöhen.

Die von James Alex Bonus, Alanna Peebles und Karyn Riddle in der Zeitschrift Computers in Human Behavior herausgegebene Studie untersuchte, ob Computerspiele zur Regulierung von Emotionen – insbesondere zur Verbesserung der Stimmung – benutzt werden können.

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Bild: Tomasz Mikolajczyk (Symbolbild)

Frustration

Die Hälfte der 82 Teilnehmer sollten zu Beginn ein extrem frustrierendes Spiel („Maximum Frustration“) spielen. Obwohl den Teilnehmer gesagt wurde, sie könnten das Spiel in 10 Minuten durchspielen, war das Spiel in dieser Zeit doch fast unmöglich zu schaffen. Die andere Hälfte ließ „Maximum Frustration“ aus und ging direkt zur nächsten Phase der Studie über.

Die frustrierten und nicht-frustrierten Spieler spielten dann ein nicht gewalttätiges Konsolenspiel namens „LittleBigPlanet 2“ oder ein gewalttätiges Spiel namens „Fist of the North Star: Ken’s Rage“. Sie spielten 18 Minuten und füllten anschließend einen Fragebogen zu ihren Emotionen und Gefühlen aus.

Emotionale Restauration

Die frustrierten Spieler waren höher motiviert, in den Spielen Fortschritte zu machen, was ihre Frustration reduzierte und ihr Kompetenzempfinden anhob. Dieser Prozess der emotionalen Restauration steigerte den Genuss der Spieler an beiden Spielen.

Jedoch zeigten diejenigen Spieler, die das gewalttätige Spiel sehr genossen, auch eine Tendenz, die Welt auf eine feindlichere Weise wahrzunehmen als diejenigen, die das gewaltlose Spiel spielten.

Die Befunde legen nahe, dass Computerspiele benutzt werden können, um negative Emotionen zu regulieren, aber mit gewalttätigen Spielen könnte dies problematisch werden.

Wenn Videospiele zur emotionalen Entspannung ausgesucht werden, empfehlen die Autoren den Spielern, dass sie gewaltlose Spiele wählen sollten.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universität von Wisconsin-Madison, Computers in Human Behavior; Juli 2015

Videospiele (Ego-Shooter) verbessern visuelle Aufmerksamkeit

Videospielpsychologie

Forscher der Universität von Toronto haben entdeckt, dass das Spielen von Action-Video-Spielen (Ego-Shooter) Änderungen in der Gehirnaktivität und Verbesserungen bezüglich der visuellen Aufmerksamkeit mit sich bringt.

Das Team, angeführt von Psychologieprofessor Dr. Ian Spence, entdeckte, dass die Gehirnänderungen sogar auftreten, wenn eine Person das Spiel erst relativ kurzzeitig spielt.

Veränderungen im Gehirn

Vorherige Studien haben Änderungen in der Gehirnaktivität zwischen den Spielern von Action-Videospielen und Nicht-Spielern festgestellt, aber diese hätten auf schon vorher vorhandenen Differenzen in den Gehirnen jener, die die Videospiele vorher spielten, und jenen, die sie nicht spielten, basiert.
Die Forscher sagen, dass der gegenwärtige Versuch der Erste ist, der zeigt, dass die Änderungen im Gehirn direkt durch das Spielen der Computer-/ Videospiele kommen.

Egoshooter vs. 3D-Rätsel

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Ego-Shooter und visuelle Wahrnehmung

In der Studie spielten 25 Teilnehmer, die zuvor noch nicht Videospiele gespielt hatten, ein Spiel insgesamt 10 Stunden in ein bis zweistündigen Sitzungen. Sechzehn der Teilnehmer spielten einen Ego-Shooter (First-Person-Shooter, also eines der sogenannten ‚Killer-Games‘) und zur Kontrolle spielten neun Teilnehmer ein 3D-Rätselspiel.

Teilnehmer, die den Ego-Shooter spielten, zeigten die größte Verbesserung der visuellen Aufmerksamkeit und auch die bedeutsamsten Änderungen in ihren Gehirnwellen. Die übrigen Teilnehmer, diejenigen, die das Rätselspiel gespielt hatten, zeigten dies nicht.

Ego-Shooter verbessern die visuelle Aufmerksamkeit

„Nach dem Spielen des Ego-Shooters glichen die Änderungen in der neuronalen Aktivität Gehirnprozessen, die visuelle Aufmerksamkeit verbessern und ablenkende Informationen unterdrückten“, sagte Sijing Wu, Ph.D. Student und Hauptautor der Studie.

„Studien in verschiedenen Laboratorien, hier an der Universität von Toronto, haben gezeigt, dass Action-Videospiele die selektive visuelle Aufmerksamkeit verbessern können, wie z.B. die Fähigkeit schnell ein Ziel in einem komplexen und verwirrenden Hintergrund wahrzunehmen und zu identifizieren“, sagte Spence.

Visuelle Aufmerksamkeit ist wichtig

„Hoch entwickelte visuelle Aufmerksamkeit ist entscheidend bei vielen wichtigen täglichen Aktivitäten“, fügte Spence hinzu. „Es ist überaus wichtig für Dinge wie Autofahren, bei der Überwachung von Änderungen auf einer Computeranzeige, oder wenn es darum geht, nicht über das auf dem Boden verstreute Kinderspielzeug zu stolpern“.

„Aber niemand hat zuvor demonstriert, dass es Differenzen in der Gehirnaktivität gibt, die ein direktes Ergebnis des Spielens von Videospielen sind“.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Journal of Cognitive Neuroscience. Mai 2012

Das Spielen von Videospielen ist positiv mit dem psychischem Wohlbefinden verbunden

17.11.2020 Die mit Videospielen bzw. Computerspielen verbrachte Zeit kann gut für die psychische Gesundheit sein laut den Befunden einer psychologischen Studie von Forschern der Universität Oxford.

Der Verkauf von Computerspielen erlebt in diesem Jahr einen Boom, da mehr Menschen wegen der Pandemie zu Hause festsitzen und viele Länder dem öffentlichen Leben wieder einmal Grenzen gesetzt haben.

Plants vs Zombies und Animal Crossing

Die Befunde basieren auf Umfrageergebnissen von Personen, die zwei Spiele gespielt haben: „Plants vs Zombies: Battle for Neighborville“ und „Animal Crossing: Neue Horizonte“.

In einem ersten Schritt wurden die von den Spieleherstellern Electronic Arts und Nintendo of America zur Verfügung gestellten Daten dahingehend analysiert, wie viel Zeit die Befragten mit dem Spielen verbrachten, im Gegensatz zu früheren Untersuchungen, die sich auf ungenaue Schätzungen der Spieler stützten.

Die Forscher des Oxford Internet Institute schreiben, dass die tatsächlich mit dem Spielen verbrachte Zeit ein kleiner, aber signifikanter positiver Faktor für das psychische Wohlbefinden (die Lebenszufriedenheit) der Menschen sei.

Grad der Freude

Die Forschungsergebnisse – die nicht von einem Fachjournal überprüft wurden – besagen, dass der Grad der Freude, die die Spieler an einem Spiel hat, ein wichtigerer Faktor für dessen subjektives Wohlbefinden sein könnte als die reine Spielzeit.

Die Ergebnisse zeigen, dass Videospiele nicht notwendigerweise schlecht für die psychische Gesundheit sind (Entstehung von Aggressionen etc.); es gibt noch andere psychologische Faktoren, die einen signifikanten Einfluss auf das Wohlbefinden eines Menschen haben, sagte Studienautor Andrew Przybylski.

Positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit

Tatsächlich kann das Spielen eine Aktivität sein, die sich positiv auf die psychische Gesundheit von Menschen auswirkt – und die Regulierung von Computerspielen könnte den Spielern diese Vorteile vorenthalten, sagte er.

Etwa 2.756 Spieler von Animal Crossing und 518 Spielern von Plants vs. Zombies wurden befragt. Sie teilten über eine Umfrage ihre Erfahrungen mit und diese wurden mit der von den Spielefirmen protokollierten Spielzeit verglichen.

Mangelnde Transparenz seitens der Spielehersteller ist seit langem ein Problem für Wissenschaftler, die sich ein besseres Verständnis des Spielerverhaltens erhoffen, und die Autoren sagten, dass frühere Untersuchungen, die dazu dienten, Ratschläge für Eltern und politische Entscheidungsträger zu geben, ohne eine solide Evidenzbasis durchgeführt wurden.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Video game play is positively correlated with well-being, (2020). DOI: 10.31234/osf.io/qrjza , psyarxiv.com/qrjza/

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