Kriminalpsychologie

Kriminalpsychologie

Die Kriminalpsychologie untersucht die Psychologie bei der Entstehung und Aufdeckung von Kriminalität, der Kriminalprävention (Vorbeugung von Straftaten) sowie den Umgang mit Straftätern.

Wiederholungsgefahr bei Straftätern

Sind Bestrafungen nutzlos oder inwieweit halten sie Täter davon ab, erneut kriminell in Erscheinung zu treten? Wissenschaftler der Universität Göttingen untersuchten die Rückfallquote von Straftätern.

gefaengnis

Die Forscher überprüften etwa eine Million Eintragungen im Bundeszentralregister darauf, ob straffällig gewordene Personen nach einer Bestrafung oder einer Entlassung aus der Haft rückfällig wurden.
Die Befunde stellen fest, das die meisten nicht wieder rückfällig werden (Anm.: oder schlauer wurden und sich nicht mehr fassen ließen?). Etwa 34% wurden erneut geschnappt.

Nach Verknüpfung mit einer weiteren (früheren) Studie stieg die Wiederholungsgefahr für eine Straftat allerdings schon auf 44 Prozent (innerhalb von sechs Jahren).

Der Leiter der Studie Jörg-Martin Jehle vom Institut für Kriminalwissenschaften der Universität Göttingen sagte:

‚Erwartungsgemäß ist das Rückfallrisiko bei Jugendlichen am höchsten und bei Frauen geringer als bei Männern. Mit der Anzahl der Vorstrafen nimmt auch die Rückfallrate zu. Die aus der Haft Entlassenen weisen ein höheres Rückfallrisiko auf als diejenigen mit milderen Sanktionen, wie Geldstrafe oder jugendrichterlichen Sanktionen.‘

Zu den Befunden aufgegliedert nach der Art der kriminellen Handlungen, sagt er:

‚Nach drei Jahren weisen die Straßenverkehrsstraftäter – ausgenommen Fahren ohne Fahrerlaubnis – und die wegen Tötungsdelikten Verurteilten mit ungefähr 20 Prozent die niedrigsten Rückfallraten auf, während Täter von Raubdelikten und schweren Formen des Diebstahls zu mehr als 50 Prozent rückfällig werden‘.

3% Prozent der Täter, die Sexualdelikte begingen, waren nach sechs Jahren erneut wegen solch einen Delikts bzw. 12% wegen irgendeiner Form von Gewalt- und Sexualdelikten wieder verurteilt worden.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universität Göttingen; Feb. 2014

Weitere Forschungsartikel, News

  • Kannibalische Mörder: Kannibalen verschonen ihre Verwandten.
    zum Artikel
  • Studie: Zusammenhänge zwischen psychischen Erkrankungen und der Verursachung von Körperverletzungen, Tötungen anderer.
    zum Artikel
  • Internet-Sextortion (sexuelle Erpressung im Internet): Eine explorative Analyse verschiedener Täter, die an solchen Verbrechen beteiligt sind.
    zum Artikel
  • Eine Analyse der Mobilitätsmuster bei Sexualmorden
    zum Artikel
  • Das Mobilitätsdreieck: Die Mobilitätsmuster von Sexualstraftätern, die Rolle von individuellen und Umgebungsfaktoren
    zum Artikel
  • Erhöht sich die Kriminalität, gibt es mehr Verbrechen bei Vollmond?
    zum Artikel
  • Luftverschmutzung verbunden mit Zunahme von gewalttätigem kriminellen Verhalten
    zum Artikel
  • Hirnscans von inhaftierten Männern zeigen reduzierte graue Substanz bei Mördern.
    zum Artikel
  • Die Psychologie könnte erklären, warum sich männliche und weibliche Serienmörder unterscheiden.
    zum Artikel
  • Studie untersuchte verhaltenstreibende Faktoren der Bestechung.
    zum Artikel
  • Kriminologen entdecken einen signifikanten Zusammenhang zwischen Psychopathie und Mord.
    zum Artikel
  • Kindsmord – verübt vom Vater – kann eher durch das Alter als durch den Aschenputtel-Effekt erklärt werden.
    zum Artikel
  • Gewalt bei Fußballfans bzw. Hooligans: Sind die Ursachen soziale Fehlanpassung oder soziale Bindungen? Erklären die psychologischen Hintergründe auch Gewalt in religiösen Gruppen und bei politischen Extremisten?
    zum Artikel
  • Menschen, die das „Glas als halb voll“ sehen, werden eher Opfer von Massenmarketing-Betrügereien (Scam, Vorschussbetrug)
    zum Artikel
  • Der gleiche psychologische Mechanismus erklärt die Gewalt muslimischer und westlicher Extremisten.
    zum Artikel
  • Können Hirnläsionen kriminelles Verhalten begünstigen?
    zum Artikel
  • Forschungsarbeit untersuchte die Charakterzüge von jugendlichen Schul-Amokläufern.
    zum Artikel
  • Gibt es mehr oder weniger Gewalttaten durch die Zeitumstellung?
    zum Artikel
  • Verkehrsrowdys zeigen auch eher kriminelles Verhalten in anderen Bereichen.
    zum Artikel
  • Tonische Bewegungslosigkeit bei sexueller Vergewaltigung
    zum Artikel
  • Mörder-Typen: der impulsive und der planende Killer
  • Gibt es so etwas wie einen „Facebook-Mord“?
  • Studie zur Psyche des Kindermörders, der Kindermörderin
    zum Artikel


Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren