Generalisierte Angststörung

Psychische Störungen - Angststörungen

Definition und Symptome

Definition der generalisierten Angststörung: Ständige und übertriebene Angst und Sorgen in vielen Bereichen des Lebens, die nicht unter Kontrolle gebracht werden können, so dass körperliche Begleitsymptome, wie Ruhelosigkeit, leichte Ermüdbarkeit, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Muskelanspannung und Schlafstörungen auftreten können.

Das DSM IV zur GAS

Die Diagnosekriterien des DSM IV sind:
  1. Übermäßige Angst und Sorge (furchtsame Erwartung) bezüglich mehrerer Ereignisse oder Tätigkeiten (wie etwa Arbeit oder Schulleistungen), die während mindestens 6 Monaten an der Mehrzahl der Tage auftreten.
  2. Die Person hat Schwierigkeiten, die Sorgen zu kontrollieren.
  3. Die Angst und Sorge sind mit mindestens drei der folgenden 6 Symptome verbunden (wobei zumindest einige der Symptome in den vergangenen 6 Monaten an der Mehrzahl der Tage vorlagen)
    1. Ruhelosigkeit oder ständiges "auf dem Sprung sein",
    2. leichte Ermüdbarkeit,
    3. Konzentrationsstörungen oder Leere im Kopf,
    4. Reizbarkeit,
    5. Muskelspannung,
    6. Schlafstörungen (Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten oder unruhiger, nicht erholsamer Schlaf)...
  4. Die Angst, Sorge oder körperlichen Symptome verursachen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen Funktionsbereichen...

Das ICD 10 zur Generellen Angststörung

Das ICD 10 beschreibt diese Angsterkrankung durch übertriebene und andauernde Besorgnisse, Ängste und Befürchtungen in Hinsicht auf viele Aspekte des Lebens (Generalisieren der Angststörung). Es besteht ein ständig erhöhtes Angstniveau, das zwar i.d.R. keine Panikanfälle auslöst, aber motorische Angespanntheit und vegetative Symptome bewirkt. Das ICD 10 codiert die generalisierte Angststörung mit F41.1.

Nach dem ICD 10 wird eine Generalisierte Angststörung (GAS) diagnostiziert, bei:

Zuviele Ängste und Sorgen?

In der Welt von heute ist Stress allgegenwärtig und intensiv. Und, während ein wenig Sorge normal ist, können Leute, die sich konstant um tägliche Probleme sorgen, einen pathologischen Gesundheitszustand haben.

Generalisierte Angststörung (GAS) ist durch übermäßige Sorge charakterisiert, die mindestens sechs Monate dauert. Bei älteren Erwachsenen verbreiteter, beginnt GAS normalerweise während des mittleren Lebensalters und betrifft mit geschätzten 4 bis 7 Prozent Erwachsene im Alter von 65 und älter. Sie geht oft Hand in Hand mit Depression oder anderen Angststörungen wie Phobien.

Laut der Mayo Klinik wird angenommen, dass Personen mit GAS anormale Niveaus von Neurotransmittern im Gehirn haben, die die Reaktion auf anstrengende oder unsichere Situationen beeinflussen.

Diese hyperaktiven Angst-Schaltkreise im Gehirn können eine Person veranlassen, viele Situationen, sogar harmlose als Bedrohungen zu betrachten.

Symptome einer GAS

Andere Zeichen und Symptome der generalisierten Angststörung schließen ein:

Mehrere Behandlungsoptionen sind verfügbar, aber, Erleichterung zu finden, kann einige Zeit brauchen. Behandlungsoptionen beinhalten kognitive Verhaltenstherapie und Psychopharmaka.

Kognitive-Verhaltenstherapie

Kognitive-Verhaltenstherapie konzentriert sich darauf, die Denk-Muster, die Angst verstärken, oder Reaktionen auf anstrengende Situationen zu identifizieren und zu ändern. Die kurzfristige Behandlung dauert normalerweise etwa 12 Wochen.

Psychopharmaka

Mehrere Klassen von Psychopharmaka können wirksam Angst behandeln. Es kann sein, dass einige Psychopharmaka nicht vollständig bis zu zwei Monate wirksam sind. Oft werden Psychopharmaka in Kombination mit kognitiver-Verhaltenstherapie verwendet.

Für die Behandlung von GAS eingesetzte Antidepressiva schließen Venlafaxin (Effexor), Duloxetin (Cymbalta), Paroxetin (Paxil), Citalopram (Celexa) und Escitalopram (Lexapro) ein. Das Anti-Angst-Medikament Buspiron (BuSpar) kann gegen Generalisierte Angststörung wirksam sein und mit Antidepressiva genommen werden.

Andere Psychopharmaka, genannt Benzodiazepine, können für kurze Zeiträume verschrieben werden. Optionen sind Clonazepam (Klonopin), Lorazepam (Ativan) und Alprazolam (Xanax).

Weitere Behandlungen

Sport kann ebenfalls Angst durch die Produktion von chemischen Veränderungen bekämpfen, die den Körper beruhigen. Meditation, Yoga, Musik und Massagen fördern Entspannung und können Angst mildern. Gesundes Essen mit regelmäßigen Mahlzeiten und Energie-Boosting-Snacks sind hilfreich, Koffein und Nikotin vermeiden.
Quelle: Mayo Clinic 2010

Hilfe bei GAS

Generalisierte Angststörung wird häufiger, vielleicht aufgrund des allgegenwärtig stärkeren Stresses und Drucks. Eine neue Überprüfung von Psychotherapie Interventionen für diese oft einschränkende Störung zeigt, dass eine Therapieform besonders wirksam bei GAS ist.

Menschen mit generalisierter Angststörung sorgen sich über viele Dinge zugleich bis zu dem Punkt, an dem diese Ängste und Sorgen sich in ihr tägliches Leben einmischen.

Kognitive Verhaltenstherapie am wirksamsten

Generalisierte Angststörung (GAS) ist eine sehr häufige und extrem isolierende Störung, und psychologische Therapien sind eine beliebte und häufig benutzte Behandlung bei Angststörungen, sagte Hauptautorin Vivien Hunot, Ph.D. Die Überprüfung zeigte, dass Psychoherapien, die einen kognitiven Verhaltenstherapieansatz verwenden, am besten bei GAS wirksam sind.

Die Überprüfung erscheint in der aktuellen Ausgabe der Cochrane Bibliothek.

Die Untersuchung analysierte 25 Studien mit 1.305 Teilnehmern.

Sechsundvierzig Prozent der Menschen, die mit kognitiver Verhaltenstherapie behandelt wurden, berichteten über eine Verbesserung bezüglich ihrer Angstsymptome am Ende der Behandlung verglichen mit nur 14 Prozent der Patienten auf der Warteliste oder mit standardisierter Behandlung, sagte Hunot, leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Psychiatrie in London.

KV am besten bei GAS

Die Forscher verglichen die Ergebnisse für Patienten mit GAS, die eine kognitive Verhaltenstherapie erhielten, mit einer wartenden Kontrollgruppe, die auf einen Therapieplatz wartete oder Patienten, die die übliche Behandlung erhielten. Die übliche Behandlung stellte die normale Behandlung der normalen Krankenversorgung dar.

Die Autoren verglichen auch die Ergebnisse für die Patienten, die eine kognitive Verhaltenstherapie erhielten, mit anderen Psychotherapieformen.

Wegen der kleinen Anzahl von Studien mit einer großen Vielfalt von sich unterscheidenden Ergebnissen, konnten keine zuverlässigen Schlüsse gezogen werden beim Vergleich von kognitiver Verhaltenstherapie mit anderen Formen von Psychotherapien, wie psychodynamische oder Gesprächstherapie. Außerdem sah sich keine der Studien mögliche Langzeitwirkungen von kognitive Verhaltenstherapie an.

Kognitive Verhaltenstherapie zeigte sich aber als eine sehr wirksame Therapie schon für andere Arten von Angststörungen, und diese Überprüfung festigt die Hinweise darauf, dass dies eine sehr wirksame Form der Therapie ist, sagte Wayne Katon, M.D., Vizevorsitzender der Abteilung Psychiatrie und Verhaltensforschung der University of Washington, School of Medicine.
Quelle: Health Behavior News Service - 2007

Kognitive Verhaltenstherapie bei GAS

Eine neue Studie mit älteren Erwachsenen mit generalisierter Angststörung stellt fest, dass Personen, die kognitive Verhaltenstherapie erhielten, größere Verbesserungen bei der Verringerung von Ängsten und Sorgen, Depression und der psychischen Gesundheit zeigten als Patienten, die die übliche Behandlung erhielten.

Prävalenz und Komorbidität

Generalisierte Angststörung tritt mit einer Prävalenz von bis zu 7,3 % in der Gesellschaft und 11,2 Prozent in Vorsorgeuntersuchungen auf. GAS im späteren Leben geht einher mit größeren körperlichen Beeinträchtigungen, Gedächtnisproblemen und verminderter Lebensqualität laut Hintergrundinformationen im Artikel.

Behandlungen von GAS

Späte Lebensangst wird normalerweise mit Medikamenten behandelt, aber Risiken (z.B. Stürze, Hüftbrüche, Gedächtnisprobleme) bei einigen Medikamenten und die Ängste der Patienten vor Nebenwirkungen grenzen ihre Nützlichkeit ein.

Zwei vorherige Studien zeigten den Nutzen von kognitiver Verhaltenstherapie bei generalisierter Angststörung, aber die Studien waren klein und die Schlüsse eingeschränkt. Ältere Erwachsene suchen am häufigsten die Behandlung für generalisierte Angststörung in Primäreinrichtungen auf.

Melinda A. Stanley, Ph.D vom Baylor College of Medicine, Houston, und Kollegen führten die erste randomisierte klinische Studie zur kognitiven Verhaltenstherapie durch, die überprüfte, ob GAS im durch kognitive Verhaltenstherapie primären Setting besser behandelt wird verglichen mit üblicher Standardversorgung (üS).

Die Probe beinhaltete 134 ältere Erwachsene (67 Jahre im Schnitt) in zwei Primäreinrichtungen mit 3 Monaten Behandlung. Die Beurteilungen der generalisierten Angstörungen wurden beim Anfang der Behandlung, am Ende nach drei Monaten und bei den Nachuntersuchungen nach 6, 9, 12 und 15 Monaten durchgeführt.

Die Patienten wurden zufällig zur Gruppe mit kognitiver Verhaltenstherapie (n = 70) oder der üS Gruppe (n = 64) zugeteilt, in welcher die Patienten zweiwöchentlich in den ersten 3 Monaten der Studie von denselben Therapeuten gesehen und unterstützt wurden. Die Therapeuten erinnerten die Patienten daran anzurufen, wenn sich die Symptome verschlechterten.

Die Ausprägungen von Angst, Sorgen, Depression und psychischer Verfassung wurden über verschiedene Tests gemessen.

Verhaltenstherapie senkte bedeutend Ängste, Sorgen und depressive Symptome

Die Forscher stellten fest, dass die Kognitive Verhaltenstherapie, verglichen mit üF, bedeutend den Schweregrad der Ängste und Sorgen, der depressiven Symptome und die allgemeine psychische Verfassung verbesserte. Nach drei Monaten kam es zu einer Verbesserung der Symptome um 40,0 Prozent vs. 21,9 Prozent.

Diese Studie ist die erste, die zeigt, dass kognitive Verhaltenstherapie bei älteren Patienten in Primäreinrichtungen besser Sorgen/Ängste und die dazu gehörenden Symptomen einer generalisierten Angststörung lindert und sehr wirksam ist, schreiben die Autoren.

Quelle: Baylor College of Medicine 2009

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