Corona / COVID-19 und die Psyche

Corona / COVID-19 und die Psyche

Gesundheit der Psyche

Die Risiken für die psychische Gesundheit von Beschäftigten im Gesundheitswesen, die COVID-19 behandeln

25.03.2020 Ein beträchtlicher Anteil der Beschäftigten im Gesundheitswesen, die Patienten mit der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) betreuen, berichtet laut einer in JAMA Network Open veröffentlichten Studie über psychische Symptome wie Depression, Angst, Schlaflosigkeit und Distress (psychische Belastungen).

COVID-19 in China

Jianbo Lai vom First Affiliated Hospital der medizinischen Fakultät der Zhejiang Universität in Hangzhou, China, und Kollegen führten eine Querschnittsstudie durch, um die Auswirkungen auf die Psyche bzw. psychische Gesundheit und der damit verbundenen Faktoren bei den Mitarbeitern des Gesundheitswesens zu untersuchen, die Patienten mit COVID-19 in China behandeln.


Bild: pixabay

Es wurden Daten von 1.257 Mitarbeitern des Gesundheitswesens in 34 Krankenhäusern vom 29. Januar bis 3. Februar 2020 einbezogen.

Depression, Angst, Schlaflosigkeit und Distress

Die Forscher fanden heraus, dass ein beträchtlicher Anteil der Teilnehmer über psychische Symptome wie Depression, Angst, Schlaflosigkeit und Distress berichteten (50,4, 44,6, 34,0 bzw. 71,5 Prozent).

Bei allen Messungen der psychischen Gesundheitssymptome wurde von Krankenschwestern, Frauen, Mitarbeitern in der ersten Reihe und in Wuhan arbeitenden Personen ein höheres Maß an psychischen Symptomen gemeldet als von anderen Mitarbeitern des Gesundheitswesens.

Im Vergleich zu denen in Wuhan zeigten die Teilnehmer von außerhalb der Provinz Hubei in einer multivariablen Analyse ein geringeres Risiko für das Auftreten von Distress (Odds Ratio 0,62).

Ein höheres Risiko für die psychischen Symptome Depression, Angst, Schlaflosigkeit und Stress wurde bei Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die in vorderster Reihe mit der direkten Diagnose, Behandlung und Betreuung von Patienten mit COVID-19 befasst sind, festgestellt (Odds Ratio 1,52, 1,57, 2,97 bzw. 1,60).

Spezielle Interventionen zur Förderung der psychischen Gesundheit bzw. Wohlbefindens von Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die COVID-19 ausgesetzt sind, müssen sofort umgesetzt werden, wobei Frauen, Krankenschwestern und Mitarbeiter an vorderster Front besondere Aufmerksamkeit benötigen, schreiben die Autoren.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: JAMA Network Open – doi:10.1001/jamanetworkopen.2020.3976

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