Burnout-Syndrom (Psychologie, Psyche)

Burnout-Syndrom (Psychologie, Psyche)

Psychische Probleme: hohe Belastung/Anspannung

Definition

Definition: Burnout-Syndrom bezeichnet einen psychologischen und körperlichen Erschöpfungszustand, eine vor allem emotionale Erschöpfung, eine Depersonalisierung und Reduzierung der persönlichen Interessen und Aktivitäten, sowie eine reduzierte Leistungsfähigkeit. Das Syndrom wird ausgelöst (meist) durch berufliche Überforderung bzw. dauernd überfordernde Stressfaktoren.

Burnout Symptome

Burnout zeigt sich psychisch mit Symptomen wie: Antriebsschwäche, Kraftlosigkeit, sich müde und matt fühlen, leichte Reizbarkeit, allgemeine Erschöpfung, emotionale Erschöpfung, Depersonalisation. Weiterhin können Schlafprobleme und erhöhte Krankheitsanfälligkeit auftreten.
Soziale Auswirkungen können z.B. negative Einstellung gegenüber anderen sein; das Aufkommen von Schuldgefühlen; Rückzug aus dem sozialen Leben und Reduzierung der Arbeitsleistung.

Tipps – Was Sie tun können

Keine Energie? Keine Motivation? Erschöpfung beschreibt das Gefühl, wenn Sie keine Energie oder keine Motivation haben.

Fühlen Sie sich, als ob Sie keine Energie haben?

Die vielen möglichen physischen und psychologischen Ursachen für Erschöpfung oder auch Burnout können: zu grosse Anstrengungen, Stress, Langeweile und Mangel an Schlaf einschliessen.

Was tun bei grosser Erschöpfung bzw. bevorstehendem Burnout ?

Tipps/Vorschläge, Erschöpfung oder das Risiko für Burnout zu reduzieren, sind:

  • Behalten Sie einen konsistenten Schlafplan (schlafen Sie regelmäig und ausreichend) bei.
  • Trinken Sie jeden Tag ausreichend Wasser, und essen Sie nahrhafte Lebensmittel.
  • Führen Sie regelmäßig und ausreichend körperliche Aktivitäten durch und überlasten Sie sich nicht gesellschaftlich oder bei der Arbeit.
  • Versuchen Sie, Situationen zu ändern, die Stress verursachen.
  • Ziehen Sie in Erwägung Meditation oder Yoga als Hilfen gegen Stress auszuüben.
  • Erörtern Sie mit Ihrem Arzt, ein Multivitamin-Präparat zu sich zu nehmen (Anmerkung: Das ist wahrscheinlich Mumpitz und sollte nur angewandt werden, wenn Sie nicht ausreichend Vitamine zu sich nehmen können).
  • Vermeiden Sie Drogen, Nikotin und Alkohol.

WHO: Burnout als medizinische Erkrankung anerkannt

27.05.2019 Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in ihrer Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD, ein für die Diagnose und Krankenversicherer weit verbreitetes Handbuch) erstmals „Burnout“ als Krankheit erfasst.

In der jüngsten Aktualisierung des Katalogs der Krankheiten und Verletzungen (ICD 11) definiert die WHO Burnout als ein Syndrom, das als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz auftritt und nicht erfolgreich gehandhabt werden konnte.

Das Syndrom wird durch drei Dimensionen gekennzeichnet:

  1. Gefühle von Energiemangel oder Erschöpfung;
  2. erhöhte psychische Distanz zum Arbeitsplatz oder Gefühle von Negativismus bzw. Zynismus im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz; und
  3. verminderte berufliche Leistungsfähigkeit.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: WHO

Mentale Erschöpfung erhöht Risiko für Herzkrankheit

22.11.2014 Eine neue Forschungsstudie besagt, dass psychologische Faktoren das Risiko für eine Herzerkrankung bei gesunden Männern und Frauen um 36 Prozent erhöhen können.

Vitale Erschöpfung

Wissenschaftler präsentierten auf den Scientific Sessions der American Heart Association in Chicago 2014 ihre Befunde, die auf erhöhte kardiovaskuläre Erkrankungsrisiken durch Erschöpfung, gesteigerte Reizbarkeit und ein demoralisiertes Gefühl hinweisen.

Klinisch wird bei dieser Gruppe psychologischer Symptome von vitaler Erschöpfung gesprochen, einem Zustand, der bei immer mehr Menschen anzutreffen ist.

„Unsere Studie zeigt, dass vitale Erschöpfung ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei ansonsten völlig gesunden Menschen ist“, sagte der leitende Autor Randy Cohen, The Mount Sinai Hospital.

„Der Verlust an Vitalität trägt zu einer wachsenden Zahl psychosozialer Risikofaktoren (wie Angst, Depression und soziale Isolation) bei, die mit der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sind.“

Die Wissenschaftler untersuchten die Beziehung zwischen vitaler Erschöpfung und einer erstmalig aufgetretenen Herzerkrankung in 11 prospektiven Studien mit 60.610 gesunden Personen. Die Studien hatten einen durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraum von 6,5 Jahren.

Koronare Herzkrankheitheiten

„Die Identifikation vitaler Erschöpfung als ein Risiko für koronare Herzkrankheitheiten (KHK) erscheint zur rechten Zeit“, sagt Studienkoautor Alan Rozanski.

„Die Gesellschaft wird immer schnelllebiger und es gibt daher eine wachsende Tendenz, sich mit Arbeit zu überfrachten, während es auf der anderen Seite immer weniger gesunden Schlaf, Sport und Ruhe bzw. Entspannung gibt. Diese ausgleichenden Faktoren brauchen wir jedoch, um uns zu erholen und vitaler Erschöpfung vorzubeugen.“

© PSYLEX.de – Quelle: Scientific Sessions der American Heart Association / The Mount Sinai Hospital, November 2014

Viele Angehörige der psychosozialen Gesundheitsberufe sehen eigenen Burnout nicht

13.01.2015 Viele in sozialen und psychologischen Berufsfeldern tätige Menschen können ihren eigenen Burnout nicht erkennen, und wenn sie es tun, weigern sie sich oft, ihn vor anderen zuzugeben.

Tatsächlich erkannten viele der Studienteilnehmer die Ironie darin, dass sie als Berufstätige im psychosozialen Bereich selbst außerstande waren, Symptome von Stress, Angst und Depression bei sich zu erkennen. Wir wollten etwas darüber herausfinden, sagte Autorin Marieke Ledingham von der Edith Cowan University, Australia.

Für die Studie wurden 55 Pfleger in psychiatrischen Einrichtungen, Psychologen, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, Psychiater und psychologische Berater zu ihren Erfahrungen befragt. Die Teilnehmer füllten einen qualitativen Fragebogen zu ihren Überzeugungen, Einstellungen und Wahrnehmungen bezüglich Burnout aus und wie diese ihr Wohlbefinden bei ihrer Arbeit beeinflussen. Außerdem wurden 12 Teilnehmer eingehender interviewt.

Die Befunde

Die Teilnehmer der Studie, die auf der jährlichen Konferenz der British Psychological Society Division of Occupational Psychology in Glasgow (Schottland) präsentiert wurde, waren hauptsächlich weiblich und im Alter von 40 und älter (60% über 40, 33% über 50).

Die Analyse zeigte, dass viele der Teilnehmer an Burnout durch ihre Arbeit litten, und sie fühlten sich deswegen als schwächere, weniger leistungsfähige Mitarbeiter. Einige Teilnehmer sagten, dass selbst als sie ihren Burnout erkannten, hätten sie sich oft selbst dafür die Schuld gegeben und Probleme gehabt, es anderen – aus Angst, negativ beurteilt zu werden – zu erzählen.

Es ist besorgniserregend, dass viele ihren Burnout bei sich nicht erkannten, bis die Anzeichen für einen physischen und emotionalen Zusammenbruch ihre Arbeit beeinflusst hatten, sagte Ledingham.

Teufelskreis Burnout

Während der Studie bemerkten die Forscher einen ungewöhnlichen Befund: Während Burnout die psychische und physische Gesundheits- und Arbeitskompetenz der Teilnehmer immer weiter reduzierte, verringerte es auch ihre Fähigkeit zu erkennen, dass sie selbst von Burnout betroffen waren.

Sobald der Prozess mentaler Erschöpfung begonnen hatte, wurde die Wahrscheinlichkeit kleiner, dass sie sich Hilfe und Unterstützung holten, und sie ignorierten mit größerer Wahrscheinlichkeit die Warnzeichen.

Organisationen sollten versuchen, ihren Mitarbeitern beim Erkennen der Symptome zu helfen und sich behandeln zu lassen. Sie haben eine Sorgfaltspflicht für diejenigen, die außerstande sind, ihre eigene Situation zu sehen, sei es nun aufgrund unrealistischer oder ungesunder Erwartungen an die Arbeitsbelastung oder Faktoren, die außerhalb der Kontrolle des Arbeitgebers liegen, sagte Ledingham.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: British Psychological Society, Edith Cowan University, University of Notre Dame; Jan. 2015

Empfänglicher für negative Informationen?

11.04.2017 Viele Beschäftigte zeigen Symptome von Burnout, wie etwa Erschöpfung, Zynismus, eine verringerte professionelle Effektivität, und auch Konzentrations- und Gedächtnisprobleme.

Reaktionen im Gehirn

Studienautorin Laura Sokka vom Fachbereich Psychologie der Universität Helsinki maß mit Hilfe von EEG die neuronalen Reaktionen von 41 Teilnehmern, die eine breite Palette von Burnout-Symptomen aufwiesen, und 26 Kontrollteilnehmern während einer Reihe von Informationsverarbeitungs- und akustischen Aufgaben.

Mehr Emphase auf negative Informationen

Die Ergebnisse zeigten, dass die Burnout-Teilnehmer schneller auf negative Töne der Stimme und langsamer auf positive Äußerungen reagierten.

Es scheint, dass Teilnehmer mit Burnout-Symptomen für die Aufnahme negativer Informationen empfänglicher sind, sagte die Psychologin Sokka.

Personen mit leichten Symptomen schafften die Aufgaben zwar gut, aber ihre neuronalen Reaktionen unterschieden sich von den Kontrollteilnehmern.

Anscheinend haben Menschen mit Burnout-Symptomen mehr Probleme bei der Durchführung der Aufgaben als die Kontrollen. Die Psychologen beobachteten reduzierte Reaktionen in der posterioren Kopfhaut, und dieser Abfall wurde durch eine erhöhte Reaktion im frontalen Gebiet kompensiert, sagte Sokka.

Mehr Fehler bei stärkeren Symptomen

Zusätzlich zu neuralen Veränderungen machten Testteilnehmer mit ausgeprägteren Burnoutsymptomen auch mehr Fehler bei den Aufgaben.

Menschen mit leichten Symptomen können mit ihrem Arbeitspensum ziemlich lange fertig werden, wenn es auch für das Gehirn anstrengend wird. Wenn sich die Symptome aber verschlimmern, fangen sie auch an, mehr Fehler zu machen, sagte die Psychologin.

Ablenkungen

Die EEG-Befunde offenbarten auch, dass die Teilnehmer mit Burnoutsymptomen nicht so effizient auf plötzliche ablenkende Geräusche reagierten wie die gesunden Teilnehmer.

Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine Anschlussstudie, die überprüft, wie anhaltend die Veränderungen bei den neuronalen Reaktionen sind.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universität Helsinki; April 2017

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Forschung und News

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