Persönlichkeitsmerkmale, Persönlichkeitseigenschaften (Psychologie)

Psychologie-Lexikon - Persönlichkeitspsychologie

Definition

Definition: Ein Persönlichkeitsmerkmal (auch Charaktereigenschaft oder - merkmal genannt) ist ein Begriff aus der Persönlichkeitspsychologie, der eine verhältnismäßig - auch über die Zeit - beständige Eigenschaft einer Person beschreibt, auf bestimmte Weise zu denken, zu fühlen und sich zu verhalten.

Zu den bekanntesten Persönlichkeitsmerkmalen gehören die sogenannten Big Five.

Besonders charakteristische positive Charaktereigenschaften werden als Stärken, negative als Schwächen bezeichnet.

Die fünf Faktoren oder 'Big Five' Persönlichkeitseigenschaften sind:

Das Konzept der Big Five wurde in den 1930er Jahren von Louis Leon Thurstone und Gordon W. Allport entwickelt.

Liste der Persönlichkeitseigenschaften

Folgende Liste bzw. Übersicht zählt einige Persönlichkeitseigenschaften auf:

Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale können vor Depressivität und Ängstlichkeit schützen

30.11.2017 Obwohl Menschen mit sehr ausgeprägtem Neurotizismus Gefahr laufen, an Depressionen und Angststörungen zu erkranken, können dieselben Personen, wenn sie auch hochgradig extravertiert und gewissenhaft sind, ein gewisses Maß an Schutz vor diesen Störungen besitzen.

Kombinationen von Charaktereigenschaften

Die Ergebnisse einer psychologischen Studie der Universität Buffalo weisen darauf hin, wie wichtig es ist, sich von der Ausrichtung auf einzelne Persönlichkeitsmerkmale im klinischen Umfeld - wie Psychotherapie bzw. Psychiatrie - abzuwenden, um zu untersuchen, wie Kombinationen von Charakterzügen zusammenwirken können, um bestimmte Symptome zu verhindern oder vorherzusagen.

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Bild: George Hodan

Die Psychologen befragten 463 erwachsene Teilnehmer, die sich innerhalb der letzten zwei Jahre psychiatrisch behandeln ließen. Jeder Teilnehmer füllte auch zahlreiche Fragebögen zur Persönlichkeit aus. Die Studie untersuchte die Eigenschaften Neurotizismus, Extraversion und Gewissenhaftigkeit, da diese drei Charaktermerkmale die stärksten Verbindungen zu Stimmungs- und Angststörungen aufweisen.

Die im Fachblatt Journal of Research in Personality veröffentlichten Ergebnisse könnten ein besseres Verständnis der Mechanismen liefern, durch die Menschen Stimmungsschwankungen entwickeln, und die Faktoren erklären, die jemanden für Symptome wie Depressivität und Angstzustände anfällig machen könnten.

Persönlichkeitsstärken fördern

Darüber hinaus könnten die Ergebnisse Kliniker darin unterstützen, die Stärken der Menschen zu fördern, indem sie Behandlungen anwenden, die in der Studie als schützende Persönlichkeitseigenschaften identifiziert wurden.

Studienautorin Kristin Naragon-Gainey vom Fachbereich für Psychologie denkt, dass es in der Behandlung und klinischen Psychologie eine Tendenz gibt, sich auf die Probleme und das Negative zu konzentrieren.

Wenn man die bereits vorhandenen Stärken, die die Betroffenen mitbringen, nutzt bzw. fördert, kann sich dies positiv auf die Behandlung und das Ausmaß der Symptome auswirken und das, was die Person bereits gut macht, verstärken.

Wenn jemand einen hohen Grad an Extraversion hat, kann er sehr gut soziale Unterstützung einholen oder seine positive Affektivität durch soziale Maßnahmen steigern, sagte sie. Und Gewissenhaftigkeit hat viel mit dem Streben nach Zielen und der Umsetzung von Plänen zu tun, was gegen Rückzug und Vermeidung, die mit Neurotizismus einhergehen können, eingesetzt werden kann, schließt sie.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Buffalo; Journal of Research in Personality; Nov. 2017

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