Migräne

Neurologische Erkrankungen - Chronische Kopfschmerzen

Auf dieser Seite finden Sie Infos und Forschungsartikel speziell zur Migräne. Allgemein zu Kopfschmerzen und sonstigen Schmerzen schauen Sie bitte unter Kopfschmerzen, Fibromyalgie oder Schmerzen.

Migräne-Syndrom

Das Migräne-Syndrom kann schon in der Kindheit beginnen, in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter und tritt immer wieder in bestimmten Abständen auf, welche individuell verschieden sind, wobei die Häufigkeit zuweilen in zunehmendem Alter abnimmt.

Symptome

Migräne kann in zwei unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden: Die mit und die ohne Sehstörungen (bzw. mit oder ohne Aura):

Sehstörungen

Migräne mit Sehstörungen, welche für gewöhnlich die schwerste Form darstellt, ist durch eben diese gekennzeichnet, sowie durch Taubheit einer Körperhälfte oder einzelner Gliedmaßen bzw. Sprachstörungen. Diese Symptome, die man als Aura bezeichnet, werden schwächer, sobald Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen etc. stärker werden.

Die Sehstörungen können zwischen 5 und 30 Minuten dauern. Sowie die Sehstörungen langsam verschwinden, treten bohrende Schmerzen des gesamten Kopfes oder lokal begrenzte Schmerzen an deren Stelle.

Die Schmerzen der Migräne

Der Schmerz wird stärker und pochend. Das Pochen kann sich durch Bücken, jedwede Form der körperlichen Anstrengung, Licht oder Lärm verstärken. Wenn man sich hinlegt, wird der Schmerz stärker, er wird etwas schwächer, wenn man sich gerade aufsetzt. Das liegt daran, dass der Druck im Kopf sich verstärkt, wenn man sich hinlegt und sich verringert, wenn man sich aufsetzt. In vielen Fällen kann der Schmerz sich bis zum Nacken ausbreiten. Das Pochen und die Sehstörungen mit den Bauchschmerzen und dem Erbrechen sind in Kindheit und Jugend stärker als im späteren Verlauf des Lebens.

Übelkeit und Erbrechen

Fast alle Migränepatienten empfinden zu einem gewissen Grad Übelkeit. In dem Grade, wie das Erbrechen auftritt, kommt es zu Schwitzen und Schüttelfrost durch den Flüssigkeits- und Nährstoffverlust. Durchfall, dem oft Verstopfung vorausgeht, tritt zumeist zeitgleich mit der Übelkeit bzw. dem Erbrechen auf.

Verwirrung und Stimmungsschwankungen

Während eines Migräneanfalles durchläuft man eine Phase der Verwirrtheit, Bewußtseinsveränderungen, und es kann zu einem Zustand der Euphorie kommen. Gemeinsam mit der Verwirrtheit und Euphorie tritt der anhaltend pochende Schmerz auf. Während der Kopfschmerz andauert, können Stimmungsschwankungen auftreten, mit dem Gefühl, abgelehnt zu werden oft bis hin zu schweren Depressionen. Zuweilen werden Betroffene unleidlich, ziehen sich von Gesellschaft zurück oder ertragen die Gegenwart anderer nicht, werden reizbar, und sind unfähig, Entscheidungen zu treffen.

Dauer und Häufigkeit

Migräneanfälle können in Dauer und Intensität variieren.
Ein Migräneanfall kann zwischen Stunden und Tagen dauern. Nach einem Anfall fühlen sich Betroffene entspannt, in guter Stimmung, voller Energie und Tatendrang, freuen sich auf ihre Arbeit und sind zuweilen sichtlich aktiv. Manche Menschen bekommen auch Hunger nach einem Anfall. Für ein-zwei Tage kann es zu einem Gefühl von Ausgehungert-Sein kommen, vor allem, wenn starkes Erbrechen oder Durchfälle aufgetreten sind.

Migräneanfälle können zwischen einmal täglich und nur ein paar mal im Leben auftreten. Zwischen den Anfällen treten fast keine Symptome auf, mit Ausnahme der typischen von Reizbarkeit und Depressionen.

Trigger

Was löst Ihre Migräne aus?

Die genauen Ursachen oder Gründe für Migräne sind nicht bekannt, aber die Experten haben bei vielen Menschen bestimmte Trigger - "Auslöser" - identifiziert, die diese Kopfschmerzen auszulösen scheinen.

Die Womenshealth.gov Website schreibt, dass gemeinsame Migräneauslöser beinhalten können:

Mögliche Trigger

Anm.: Hinzuzufügen wäre z.B. auch noch: Gluten-haltige Lebensmittel bei Personen, die unter Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) leiden.
Quelle: Womenshealth.gov. Mai 2012

Dementsprechend gilt:

Vermeidung / Prophylaxe

Vermeiden Sie Migräne

Eine Migräne verursacht oftmals einen überwältigenden, pochenden Schmerz auf einer Seite des Kopfes. Andere weitere Symptome können sein: Übelkeit, Probleme beim Sehen und eine erhöhte Empfindlichkeit auf Geräusche und Licht.

Während Ihr Arzt Ihnen Medikamente verschreiben möchte, um die Migränesymptome zu unterdrücken oder zu mildern, sagt womenshealth.gov, dass Änderungen des Lebensstils diese schmerzhaften Episoden abwenden können. Diese Vorschläge werden gemacht:

Vermeidung der Migränetrigger
Vermeiden der Migränetrigger

Die Ratschläge

Quelle: womenshealth.gov, Juli 2011

Tipps

Beginnen Sie mit Migräne-Vorsorge umgehend

Migräne ist gekennzeichnet durch schwerwiegende Kopfschmerzen, die von Übelkeit, Erbrechen und einer Lichtempfindlichkeit sowie Geräuschsensibilität begleitet werden können.

Das National Women's Health Information Center bietet diese Vorschläge an, was zu tun ist, sobald Migräne-Symptome beginnen:

  • Nehmen Sie sofort Ihre Migräne-Medikamente, die Ihr Doktor verordnet hat.
  • Trinken Sie viel Flüssigkeit, solange Sie sich nicht unwohl / übel fühlen.
  • Legen Sie sich in ein Zimmer, das ruhig und dunkel ist, und entspannen Sie sich dann.
  • Legen Sie ein kühles Tuch über Ihre Stirn.
  • Massieren Sie sanft den Bereich Ihres Kopfs der schmerzt.
  • Quelle: National Women's Health Information Center, Juli 2010

    Zusätzlicher Tipp von psylex.de (natürlich ohne Gewähr):
    Bei einigen Menschen (vor allem Nicht- oder wenig Kaffeetrinker) hilft:
    sehr starken Kaffee zu trinken, viel Petersilie zu kauen und sich sofort hinzulegen.
    Dies hilft aber eher nur bei schwächerer Migräne und wenn sie noch nicht eingesetzt hat.

    Ein weiterer Tipp, der einigen helfen könnte: Beim Beginn des einseitig aufgebauten 'Drucks' die entsprechende Seite des Kopfes mit möglichst kaltem (fließendem) Wasser kühlen ... mehrmals.

    Keine Denkstörungen bei Migräne

    Obwohl sie verbreitet und oft schwächend sind: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Migräne-Kopfschmerzen und einem Rückgang bei der Denkfähigkeit, sagen Forscher.

    Migräne ist nicht mit Einschränkung des Denkens verbunden

    migraene

    "Vorherige Studien zu Migräne und kognitiven Rückgang des Gehirns waren klein und konnten keine Verbindung zwischen beiden finden. Unsere Studie war groß genug, um den Schluss zu ziehen, dass Migräne, obwohl sie schmerzhaft ist, nicht signifikant mit einem kognitiven Rückgang verbunden werden kann", sagte Autorin Pamela Rist, Forschungsstipendiatin in der Abteilung für Präventivmedizin am Brigham and Women's Hospital in Boston, in einer Krankenhauspressemitteilung.

    Für die Studie, untersuchten die Forscher Daten von beinahe 40.000 Frauen, 45-jährig und älter. Sie analysierten auch neue Informationen, die sie von mehr als 6.300 Frauen bezüglich ihres Migränestatus einholten. Auf Grundlage dieser Informationen wurden die Frauen in vier Gruppen eingeteilt:

    Alle zwei Jahre wurden die Frauen, sechs Jahre lang, auf ihre kognitiven oder denkenden Fähigkeiten getestet.

    Keine Denkstörungen

    "Verglichen mit Frauen mit keiner Geschichte von Migräne, hatten jene, die Migräne mit oder ohne Aura erfuhren, keine bedeutend verschiedenen Raten eines kognitiven Rückgangs", erklärte Rist. "Dies ist ein wichtiger Befund für sowohl Ärzte als auch Patienten. Patienten mit Migräne und ihren behandelnden Ärzten sollte versichert werden, dass Migräne keine langfristigen Folgen auf die kognitive Funktion haben kann".

    Mehr Forschung wird gebraucht, um die Wirkungen der Migräne auf das Gehirn zu untersuchen und Behandlungsstrategien zu verbessern, bemerkten die Studienautoren.

    © PSYLEX.de - Quellenangabe: BMJ; August 2012

    Migräneattacken: Versuch des Gehirns, sich selbst zu schützen und zu heilen?

    09.12.2015 Migräne kann durch viele Faktoren ausgelöst werden: z.B. durch

    Oxidativer Stress

    Die Befunde einer neuen in der Zeitschrift Headache veröffentlichen Studie legen nahe, dass viele dieser Faktoren über einen Pfad zusammenlaufen: oxidativer Stress.

    einseitig
    Bild: Gerd Altmann

    Als Dr. Jonathan Borkum von der Universität Maine Studien (zwischen 1990 und 2014 veröffentlicht) untersuchte, stellte er fest, dass fast alle traditionellen Auslöser die Neigung haben, oxidativen Stress zu erzeugen: ein Ungleichgewicht zwischen der Produktion von freien Radikalen und der Fähigkeit des Körpers, deren schädlichen Auswirkungen entgegenzuwirken.

    Die Befunde weisen damit auf die Möglichkeit, dass Antioxidationsmittel Migräne vorbeugen oder vorgreifen könnten.

    Diese Daten deuten an, dass eine akute Migräneattacke ein Versuch des Gehirns sein könnte, sich zu schützen, und möglicherweise - wenn man sich bestimmte Chemikalien ansehe, die während einer Attacke freigesetzt werden, um sich zu heilen, sagte Borkum.

    "Wenn wir die Migräne verstanden haben, wird uns das letztlich auch lehren, wie wir unser Gehirn schützen können."

    © PSYLEX.de - Quellenangabe: University of Maine, Headache; Dez. 2015

    Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

    News aus der Forschung

    Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter